Gewerbeverein fordert von Ärzten mehr Verantwortung bei Krankschreiben

Wien (OTS) - Ärzte gehen in Ausübung ihrer Tätigkeit mit dem Geld anderer um. Zumeist ist nicht der Kunde der Zahler.

Ein exemplarischer Fall, wie Ärzte krankschreiben wurde nun vom OGH entschieden: "Dass ein über Durchfall klagender Arbeitnehmer - so der OGH - ohne jede Untersuchung gleich für 14 Tage krankgeschrieben wird, spricht eine deutliche Sprache über die Beweiskraft derartiger Krankschreibungen und rechtfertigt die Feststellung, dass der Arbeitnehmer seine Krankheit nur vorgetäuscht hat." Dass Derartiges kein Einzelfall ist, kommt wohl im OGH-Terminus "derartiger Krankschreibungen" zum Ausdruck und entspricht den landläufigen Erfahrungen.

Bei vierzehn Tagen Krankenstand zahlt auf jedenfall - besonders nach der nunmehrigen Gleichstellung von Arbeiter und Angestelltem -der Arbeitgeber die gesamten Ausfallkosten des tachinierenden Arbeitnehmers. Dem Arzt - ohne jede wirtschaftliche Verantwortung -scheint dies relativ gleichgültig zu sein.

Es wäre interessant, ob der krankschreibende Arzt von der zuständigen Krankenkasse auch gerichtlich belangt wurde - mit Sicherheit nicht. Wer unser krankes Gesundheitswesen wieder in Ordnung bringen will, der sollte sich nicht auf's Pillenzählen konzentrieren, sondern vielmehr den Ärzten mehr auf die Finger schauen - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) in einer Aussendung. Es ist schon verständlich, dass in Zeiten verstärkten Konkurrenzkampfes unter Ärzten so manche "Zusatzleistung" angeboten wird. Krankschreiben ist hier die einfachste und billigste, um der beliebteste Arzt im Bezirk zu sein. Kranksein zahlen die Arbeitgeber - bei Betrug, wie im vorliegenden Fall - muss der Arzt deswegen zur gerichtlichen Verantwortung gezogen werden.

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