"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Ausverkauf" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 25. Juli 2000

Graz (OTS) - Unter der alten Regierung wäre der Verkauf der größten Bank Österreichs ans Ausland wohl nicht möglich gewesen. Rot und Schwarz blockierten sich beim Tauziehen, wie weit sich der Staat aus der vormaligen Verstaatlichten zurückziehen soll.

Außerdem waren noch alte Rechnungen offen. Als die Creditanstalt, um die sich damals auch eine Schweizer Bank bewarb, klammheimlich an die Bank Austria verkauft wurde, wäre die Koalition beinahe geplatzt. Der unterlegene Partner hätte auf Rache gesonnen, wäre ruchbar geworden, dass unter einem roten Kanzler das finanzielle Mutterschiff der Republik unter fremder Flagge segeln soll.

Erst der Farbenwechsel verschaffte dem Wiener Bürgermeister freie Hand, die roten Kronjuwelen an die Meistbietenden aus dem erzschwarzen Bayern zu verkaufen.

Mit diesem Schritt ist klar, dass SPÖ und ÖGB der jetzigen Regierung nicht mehr vorwerfen können, das Familiensilber an das Ausland zu verscherbeln. Weder bei der Telekom noch beim Stahl.

An sich ist das Ziel, dass Schlüsselbereiche der Wirtschaft in unserer Kontrolle bleiben sollen, richtig. Im Zeitalter des Euro und der Globalisierung ist Österreich dafür aber zu klein oder zu schwach. ****

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