Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Vernunft, aber kein Jubel

Ausgabe vom 25. 7. 2000

Es sei besser, sich für die Zukunft mit vernünftigen Partnerschaften abzusichern, als "Bank Austria allein zu Haus" zu spielen, hat es BA-Generaldirektor Gerhard Randa auf den Punkt gebracht. In Zeiten der Globalisierung fürchten sich immer mehr Unternehmen, "allein zu Haus" zu bleiben und gehen lieber aktiv auf Partnersuche, statt von anderen hinterrücks "einkassiert" zu werden oder alleine auf der Strecke zu bleiben.

Eine Vernunftehe hat nicht nur in der trockenen Finanzwelt, wo Romantik tatsächlich fehl am Platz ist, etwas für sich. Als "zukunftsorientierte Strategie, die auf die Realität Bezug nimmt", hat WK-Vize Rene Alfons Haiden den Bankendeal charakterisiert. Und in Anbetracht dessen, dass uns nur noch eine kurze Zeitspanne von der gemeinsamen Währung trennt ist das Kirchturmdenken ohnehin passé und sollte schleunigst einer gesamteuropäischen Sicht der Dinge weichen.

Dass dennoch auch bei einer solchen, im obigen Fall rein materiellen, Vernunftehe so manche Träne zerdrückt wird, liegt daran, dass sie beide Partner einiges kostet. Abgesehen von den Kosten für das Hochzeitsfest, muss jeder der beiden Hochzeiter für den gemeinsamen Lebensweg Federn lassen. Üblicherweise ist es der schwächere Partner, der stärker gerupft wird. Und wenn es um das Federnlassen in Unternehmen geht, sind wir bei den Personalkosten angelangt. Weil eines der vorrangigen Ziele einer Banken-Vernunftehe das Sparen ist, werden die Mitarbeiter mit Sicherheit nicht ungeschoren bleiben. Jubel ist also bei allem Realitätssinn nicht angesagt.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.at

Kärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/KTI