Leitl zu Bankenfusion: In besten Strategien und Synergien denken

Wirtschaftskammer-Präsident: Nationalstaatliches Denken und parteipolitische Kategorisierung in der Wirtschaft vorbei

Wien(PWK639) "Auf der einen Seite sind wir Österreicher stolz, wenn sich bei uns Unternehmen von Weltruf wie etwa BMW, Hoffmann-Laroche oder Siemens niederlassen. Auf der anderen Seite dürfen wir aber dann auch nicht jammern, wenn österreichische Betriebe mit internationalen Partnern zusammengehen. Die Zeit nationalstaatlichen Denkens ist in der Wirtschaft ebenso vorbei wie Zeiten parteipolitischer Kategorisierung. Ein großer europäischer Markt und globaler Wettbewerb erfordern am Beginn des 21. Jahrhunderts ein anderes Denken als früher. Entscheidend für den Erfolg von Unternehmen ist ein Denken in besten Strategien und Synergien", kommentiert der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, die Vereinigung der Bank Austria mit der HypoVereinsbank. Die rasante Expansion der Märkte - besonders nach Osteuropa oder in Richtung Internet - verlange eine kritische Masse, die von der Bank Austria offenbar alleine nicht mehr erreicht worden wäre. Leitl: "Wir haben immer schon die Meinung vertreten, dass die Aufrechterhaltung österreichischen Eigentums an Unternehmen nur dort Sinn macht, wo die optimale Unternehmensgröße mit eigenen Mitteln erreicht werden kann. Bei der jetzigen Bankenfusion wurde offenbar das Notwendige mit dem Günstigen verbunden."

Der Präsident der Wirtschaftskammer sieht auch einen anderen positiven Nebeneffekt. Mit der Transaktion würde sich das Odium des politischen Einflusses auf die Bank Austria verflüchtigen. Die Wirkung auf die Wiener Börse werde sehr stark von der Beteiligungsstrategie der neuen Bankengruppe abhängen. Leitl: "Meine Aufforderung, dass sich die Wiener Börse rasch um einen strategischen Partner umschauen muss, gewinnt mit der jetzigen Fusion besondere Bedeutung. Wir müssen uns jetzt nach Frankfurt und London und in weiterer Folge - im Sinn einer transatlantischen Börsepartnerschaft -auch nach New York ausrichten." Eine rasche Umsetzung der von der Bundesregierung angekündigten Privatisierungen über die Börse könnte, je nach Beteiligungsstrategie der Bankengruppe im Fall des Falles, ausgleichend für den Börseplatz Wien wirken.

Mit der Fusion zwischen Bank Austria und HypoVereinsbank erwartet Leitl nun auch eine sachorientiertere Debatte um die künftigen Privatisierungen durch die öffentliche Hand in Österreich: "Das öffentlichkeitswirksame Jammern über einen Ausverkauf Österreichs an das Ausland sollte nun ein Ende haben. Denn die, die ständig davor warnen, haben nun - etwa als Kernaktionäre - zugestimmt." (RH)

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