WK Salzburg: Salzburger Festspiele sind Kulturmagnet und Wirtschaftsfaktor - Mittlerweile 2,2 Mrd. S an wirtschaftlichen Effekten

Salzburg, 24. Juli 2000/WK Sbg. Mit dem traditionellen Festakt in der Felsenreitschule am Montag, 24. 7., wurden die Salzburger Festspiele 2000 eröffnet. Für rund sechs Wochen steht Salzburg wieder im Mittelpunkt des internationalen Kulturlebens. Trotz der stark gewachsenen Zahl an Konkurrenzveran-staltungen im In- und Ausland haben die Salzburger Festspiele nichts an Anziehungskraft verloren. Über 200.000 Besucher werden heuer zu den rund 200 Opern-und Schauspielaufführungen, Orchester-, Kammer- und Solistenkonzerten kommen.<p>
Beachtlich und einzigartig sind auch die wirtschaftlichen Dimensionen der Festspiele. Der von den Festspielen bewirkte gesamtwirtschaftliche Zusatznutzen von 2,1 Mrd. S ist mittlerweile auf 2,2 Mrd. S angestiegen, wie Berechnungen von Dkfm. Bernd Gaubinger, Leiter der Wirtschaftspolitischen Abtei-lung der WK Salzburg, ergeben haben: "Es ist unbestritten, dass die Festspiele sowohl künstlerischer als auch ökonomischer Motor für die Region Salzburg sind und somit in zweifacher Hinsicht ein welt-weit einzigartiges ‚Hochleistungsfestival‘ darstellen."<p> Dkfm. Gaubinger präsentierte vor zwei Jahren eine viel beachtete Studie über die wirtschaftliche Bedeutung der Festspiele (Datenbasis 1996). Nach seinen Berechnungen war der von den Festspielen bewirkte gesamtwirtschaftliche Zusatznutzen damals mit 2,1 Mrd. S anzusetzen. Schätzungen für das Jahr 1999 auf der Basis der seinerzeit ermittelten Daten zeigen, dass trotz einer gegenüber 1996 etwas geringeren Besucherzahl die direkten und indirekten Wirkungen der Festspiele nunmehr bereits ein Volumen von 2,2 Mrd. S überschritten haben. Der größte Teil dieser Produktions- und Umsatzeffekte entfallen auf die Wirtschaft des Landes Salzburg.<p> Diese Wertschöpfungseffekte führen wiederum zu beträchtlichen Beschäftigungsimpulsen im Ausmaß von rund 2.200 Arbeitsplätzen, die durch die Salzburger Festspiele geschaffen oder erhalten werden. Zahlreiche Unternehmer der Tourismusbranche und des Handels im Salzburger Zentralraum könnten die bestehenden Ganzjahresarbeitsplätze ohne sogenannte "Festspielumsätze" nicht halten.<p>
Beachtlich sind auch die steuerlichen Effekte: diese sind etwa mit 350 Mill. S zu bewerten, wobei vor allem zusätzliche Einnahmen an Lohn- bzw. Einkommensteuer und Umsatzsteuer zu Buche schlagen. <p>
<b>Strukturfunktion der Festspiele</b>
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Ergänzend zu diesen Wertschöpfungs- und Beschäftigungsaspekten sieht Gaubinger für Salzburg auch strukturpolitisch wichtige Funktionen der Festspiele. "Angesichts der Tatsache, dass die Fest-spielbesucher eine weitaus längere durchschnittliche Aufenthaltsdauer als die anderen Urlauber haben und auch überdurchschnittlich hohe Ausgaben tätigen, kommt dem gehobenen Kulturtourismus eine wachsende Bedeutung zu. In diesem Sinne haben die Festspiele eine stabilisierende Funktion für die Tourismuswirtschaft, ein für die regionale Beschäftigungspolitik wichtiger Aspekt", erklärt Gaubin-ger: "Neue, wettbewerbsfähige und zukunftsorientierte Strukturen mit hochwertigen Arbeitsplätzen - vor allem im Dienstleistungssektor - müssen geschaffen werden. Gerade die Festspiele könnten für den Wirtschaftsstandort Salzburg als Impulsgeber zur Ausweitung des Bereiches der kulturbezogenen Dienstleistungen fungieren und damit zur verstärkten Ansiedlung von Betrieben der Musik- und Medienwirtschaft mit höher qualifizierten Arbeitsplätzen beitragen", hofft Gaubinger auch auf diese Magnet-Funktion der Festspiele.<p>
Nicht zuletzt üben die Festspiele für die Salzburger Innenstadt eine belebende Wirkung aus, betont Gaubinger. Vor allem die Verlagerung von Betrieben, Einkaufszentren, Fachmärkten an den Stadtrand hat zu einem Rückgang der Handelsfunktion im Stadtkern und damit zu einem Verlust an Arbeitsplät-zen geführt. Im Rahmen dieses tiefgreifenden Strukturwandels muss versucht werden, eine Steigerung der Attraktivität des Stadtzentrums als Erlebnisraum zu erreichen. Kulturelle Ereignisse wie die Festspiele können zumindest teilweise diesen Funktionsverlust ersetzen, damit zur Erhaltung von Arbeitsplätzen in den Stadtzentren beitragen und die noch bestehenden ökonomischen Strukturen der Stadtkerne festigen.

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