Der Autofahrer als "Störfaktor"

Wien (OTS) - Fahrer, die selbst einem aggressiven Fahrstil frönen fühlen sich eher von anderen Autofahrern genervt als moderate Fahrer - Experten stellen Österreichern im Verkehr ein schlechtes Zeugnis aus: sie seien starrköpfig und wenig konfliktbereit.

Fühlen Sie sich von anderen Autofahrern "genervt"? Wenn ja, sind Sie mit Ihren schwachen Nerven nicht allein. Eine österreichweite KfV-Umfrage ergab: Für 61% der Befragten ist der andere Autofahrer ein großes oder ziemlich großes Ärgernis, so antworten Fahrer, die selbst dem Vordermann häufig auffahren und ganz gern schnellfahren. Hingegen sind Lenker, die von sich behaupten einen ausreichenden Abstand einzuhalten und einen moderaten Fahrstil an den Tag zu legen, anderen gegenüber etwas toleranter: "Nur" mehr jeder zweite empfindet den anderen Autofahrer als großes oder ziemlich großes Ärgernis.

Fazit: Die persönliche Haltung gegenüber anderen Autofahrern spiegelt sich im eigenen Verhalten wider. Insofern ist die Frage nach dem sich "genervt fühlen" gleichzeitig Ausdruck der eigenen Toleranzschwelle gegenüber anderen Mitbenützern der Straße. Unter den Verkehrsteilnehmern herrscht leider starke Rivalität, die besonders unter Autofahrern ausgelebt wird. Ursache für dieses hohe Konfliktpotential wird von den Experten in der mangelhaften Kommunikationsbereitschaft zwischen den Verkehrsteilnehmern gesehen.

Mehr Kommunikation im Straßenraum

Keine Frage: Ein reibungsloser Ablauf im Verkehrsgeschehen erfordert von jedem einzelnen Verkehrsteilnehmer hohe soziale Anpassungsleistungen. Denn für Konfliktmöglichkeiten bieten sich im Straßenverkehr zahlreiche Gelegenheiten. So beschrieben Verkehrsexperten, die unter anderem nach charakteristischen Einstellungen österreichischer Autofahrer befragt wurden, den Österreicher als starrköpfig und in Verkehrssituationen als wenig kommunikationsbereit, was seine Konfliktbereitschaft in heiklen Verkehrssituationen begünstigt. Neben Selbstüberschätzung wurde auch die oft zu positive Einschätzung der eigenen Fahrweise erwähnt. Andere Autofahrer werden oft als Konkurrenz erlebt, der man sich stellt. Da bleibt nur wenig Raum für Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Fehler werden oft nur bei anderen Autofahrern gesehen.

Die Unfallzahlen der Vorwoche: 8 Todesopfer, davon 4 zum Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 2 PKW-Insassen (davon 1 Lenker), 1 LKW-Lenker, 2 Motorrad-Lenker, 1 Moped-Lenker, 1 Moped-Mitfahrer und 1 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mußten nicht angepaßte Fahrgeschwindigkeit (2), Übermüdung (1), und Abstandfehler (1) festgestellt werden. Bei 3 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 3 der 7 Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang waren so genannte "Alleinunfälle".

Vom 1. Jänner bis zum 23. Juli dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 515 Verkehrstote, (30-Tages-Fristabgrenzung bis Ende Mai berücksichtigt), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 577 Menschen tödlich.

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