Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Sommerliche Schocktherapie

Ausgabe vom 22.07.2000

Klagenfurt (OTS) - Mein Gott, Österreich. Nicht einmal ein Sommerloch - auch nicht das klitzekleinste - gönnt uns das schwarz-blaue Gespann zum Verschnaufen. Die Regierungscrew pflastert ihren Weg lückenlos -im Erfinden täglich neuer Diskussionsthemen. Besser: Schockthemen. Das allerbeste aber: Die Regierung ängstigt flächendeckend - Beamte. Pensionisten. Postler. Exekutive. Lehrer. Studenten.
Jawohl: Jetzt macht der schwarz-blaue Erfindungsreichtum Station bei unseren Studiosi: Beziehungsweise bei deren Eltern. Für sie soll es keine Familienbeihilfe mehr geben. Die Ironie an der Geschichte? Der Vorstoß kommt just von jenen Experten, die vom Bund zur sozialen Treffsicherheit eingesetzt wurden. Soziale Treffsicherheit!
Es wird weder sozial getroffen, noch sicher. Vielmehr geht der Schuss glatt daneben: Wenn heute nur noch 75.000 von 230.000(!) Studenten eine Familienbeihilfe beziehen, sind dies exakt jene Studenten, die sich zu hundert Prozent in ihr Studium schmeißen und ohnehin nicht gestreichelt werden: 1996 wurden ihnen prompt Freifahrt und Heimfahrtsbeihilfen gestrichen, große Nebenverdienste dürfen auch nicht sein. Das lustige Studentenleben? Das kennen sie vom Hörensagen. Vor allem, wenn der Reichtum der Eltern ein bescheidener ist.
Doch Schwamm drüber! Darüber wird großzügig hinweggeblickt. Solange, bis Österreich als Akademikerschmiede im Keller Europas ist. Und der Schrei der Wirtschaft einen "Import" von qualifizierten Topkräften aus dem Ausland erzwingt.

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