"Kleine Zeitung" Kommentar: "Ätzendes Material" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 22.07.2000

Graz (OTS) - Die Eile, mit der die Regierung ein Reformvorhaben
nach dem anderen angeht, soll man ihr nicht vorwerfen. Haben nicht alle wortreich die Stagnation beklagt, die in den letzten Jahren der rotschwarzen Koalition geherrscht hat?

Nur sollte die Regierung Acht geben, dass ihr im Eifer die Dinge nicht außer Kontrolle geraten, wie das neuerdings häufig passiert.

Da sorgen der schwarze Minister B. oder die blaue Ministerin S. mit unangenehmen Absichten im Sozialbereich für Aufregung und müssen von ihrer jeweiligen Parteiführung zurückgepfiffen werden; oder es wird eine der Expertenkommissionen leck und es dringt ätzendes Material aus dem Planungslabor.

Die Idee, die Familienbeihilfe für Studenten zu beseitigen, ist ein solches Material. Die Verlockung, sechs Milliarden Schilling einzusparen, ist natürlich groß, aber der Stoff ist gefährlich.

Wenn sich die Lehrer unter dem Schlagwort von der "Zukunft unserer Kinder", die Studentenideologen unter dem Motto "freier Zugang zur Uni", die Bildungsbürger aus der echten Sorge um das Studium ihrer Kinder gegen die Regierung verbündeten, dann steht ihr ein bedrohlicher Herbst bevor. ****

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