Leitl: Wirtschaft beharrt auf Senkung der Lohnnebenkosten

Niedrigere Lohnnebenkosten für Lehrlinge und Ältere würden Arbeitsmarkt-Probleme lindern - Lob für Vranitzky/Lacina

Wien(PWK637) "Der Vorschlag des SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer, auf die Senkung der Lohnnebenkosten zugunsten der Budgetsanierung zu verzichten, ist für die Wirtschaft nicht zielführend. Aber mit dieser Auffassung bleibt er offenkundig auch in der SPÖ recht allein", verweist Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, auf jüngste Aussagen von Altkanzler Franz Vranitzky und Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina, die sich nun für eine Senkung der Lohnnebenkosten ausgesprochen haben. Beide votieren zwar für keine generelle Senkung, sie können sich aber vorstellen, "das etwa an die Bereitschaft zu koppeln, Lehrlinge auszubilden." Leitl: "Ich begrüße die Vorschläge von Vranitzky und Lacina. Genau das ist bereits auf Wunsch der Wirtschaft im Regierungsprogramm verankert. Den Betrieben soll die Lehrlingsentschädigung während der Berufsschulzeit unter dem Titel 'Senken der Lohnnebenkosten' ab 2003 ersetzt werden, was ich unverändert einfordere. Dafür sind 3 Mrd. S vorgesehen."

Leitl verlangt, dass die Senkung der Lohnnebenkosten um insgesamt 15 Milliarden Schilling in dieser Legislaturperiode als grundsätzliches Ziel der Koalition wie geplant umgesetzt wird: "Hier handelt es sich um Gelder der Unternehmen für verschiedene Fonds, in denen nun Überschüsse anfallen. Diese Überschüsse sind Zug um Zug durch Beitragssenkungen zugunsten der Betriebe abzubauen."

Zur langfristigen Budgetsanierung seien statt Einmaleinnahmen vielmehr Strukturreformen, etwa bei der öffentlichen Verwaltung oder bei den Transferzahlungen, notwendig. Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich erinnert daran, dass Wirtschaftsforscher 50 Milliarden Schilling Verwaltungseinsparungen vorgeschlagen haben. Leitl: "Gusenbauer dagegen fällt nur ein Verzicht auf eine Lohnnebenkostensenkung ein. Niedrigere Lohnnebenkosten sorgen aber dafür, dass die Konjunktur- und Wachstumschancen intakt bleiben und Betriebe verstärkt Arbeitsplätze anbieten können. Experten rechnen dabei mit ca. 10.000. Da sollte der SPÖ-Chef nicht Nein sagen, denn das fordert er ja ebenfalls als eine der Leitplanken zum Budget."

Der Wirtschaftskammer-Präsident kann sich sogar - wie bei den Lehrlingen - eine stärkere Lohnnebenkostensenkung für ältere Arbeitnehmer, etwa im Bereich der Arbeitslosenversicherung, vorstellen. Damit wäre die Beschäftigung älterer Menschen attraktiver. Das habe noch im Vorjahr auch der frühere SPÖ-Finanzminister Edlinger als positives Ziel anerkannt. (RH)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4462
Fax: (01) 50105-263
e-mail: presse@wkoe.wk.or.at
http://www.wko.at/Presse

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK