AK-Tumpel gegen Entfall der Familienbeihilfe für Studierende

AK warnt vor Umverteilung zu Gunsten von Besserverdienern

Wien (AK) - Gegen Pläne der Regierung, die Familienbeihilfe für Studierende zu streichen, wendet sich AK Präsident Herbert Tumpel. Die Folge eines solchen Schrittes wäre eine weitere Umverteilung von unten nach oben, warnt Tumpel. Nach der gängigen Judikatur des Verfassungsgerichtshofs hätte ein Entfall der Beihilfe steuerliche Absetzmöglichkeiten der Unterhaltszahlungen zur Folge. Und davon würden vor allem Besserverdiener profitieren. Für Bezieher niedrigerer Einkommen ist diese steuerliche Absetzbarkeit aber kein Ausgleich für den Wegfall der Familienbeihilfe, sagt Tumpel. Außerdem warnen die AK-Experten davor, dass bei einem Entfall der Familienbeihilfe noch mehr Studenten als bisher neben dem Studium arbeiten müssen. Die Folge: Die Studienzeiten werden noch länger und die Drop-out-Raten werden steigen. ****

Der Wegfall der Familienbeihilfe für Studierende würde vor allem Beziehern von hohen Einkommen zu Gute kommen, sagt Tumpel. Diese könnten dann nach der gängigen Judikatur des Verfassungsgerichtshofs die Unterhaltsleistungen steuerlich absetzen. Die Folge: Gut Verdienende würden für den Wegfall der Familienbeihilfe mehr als ausreichend entschädigt. Bezieher niedrigerer Einkommen könnten davon nicht profitieren. An einen Ausgleich durch "großzügigere Stipendien" glaubt Tumpel nicht. "Eine Ausweitung des Bezieherkreises von Stipendien war schon bisher nur schwer durchsetzbar", sagt der AK Präsident. Trotz einer Erhöhung der Stipendien blieben die Benachteiligungen für Kinder aus Arbeitnehmerfamilien auf Grund der Einkommensberechnung weiter bestehen. Außerdem müssen Studenten bereits seit einigen Jahren für die Familienbeihilfe ebenso wie bei den Stipendien einen Leistungserfolg nachweisen. "Es ist ja nicht so, dass die Studenten fürs Nichtstun bezahlt werden", sagt Tumpel.

Noch mehr Studenten, die nebenbei arbeiten müssen, um sich das Studium leisten zu können: Das wäre eine weitere Folge, wenn die Familienbeihilfe für Studenten gestrichen wird, sagt Tumpel. Die Konsequenz: Eine noch längere Studiendauer und höhere Drop-out-Raten, die letztllich zu höheren Kosten im Hochschulbereich führen. Bereits jetzt liegt die durchschnittliche Studiendauer bei sieben Jahren, die drop-out-Rate liegt in etlichen Studienrichtungen bei weit über 50 Prozent. Und: Zwei Drittel der Studenten arbeiten bereits jetzt in verschiendensten Formen neben dem Studium. "Wenn die Familienbeihilfe wegfällt, werden es noch mehr sein", warnt Tumpel.

Den Plan, die Familienbeihilfe für Studierende zu streichen, bezeichnet Tumpel als Schnellschuss gegen eine höhere Bildungsbeteiligung. "Da sollen wieder Leistungen gekürzt werden, ohne die möglichen Folgen zu überdenken", kritisiert Tumpel.

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