LR Knotzer: Kürzung der Wohnbauförderung für alle zukünftigen Wohnungswerber fatal

Mieter würden völlig dem freien Kapitalmarkt ausgeliefert sein, sozial verträglicher Wohnbau praktisch nicht mehr möglich

St. Pölten, (SPI) - "Ich kann die jüngste Verteidigungsrede von Gerhard Schuster, dem Vorstand der Bundes-Genossenschaft BUWOG, über das Vorhaben einer Kürzung der Wohnbauförderungsmittel des Bundes im Ausmaß von bis zu 62 Prozent weder gutheißen noch nachvollziehen. Schusters Aussagen, wonach die Mehrzahl der derzeitigen Mieter nicht betroffen sind, ist ja noch verständlich - allerdings verabschiedet sich die BUWOG völlig aus ihrer Verantwortung für zukünftige Wohnungswerber bzw. Mieter, was wohl dem klassischen Sager ‚Nach mir die Sintflut‘ entspricht". Eine BUVOG, die österreichweit nicht mehr als ein paar Hundert Wohnungen baut, ist für derartige Aussagen wohl auch nicht prädestiniert. Was die BUVOG baut, errichten wir in NÖ pro Jahr allein in zwei Städten, kommentiert NÖ Wohnbaulandesrat Fritz Knotzer heutige Aussagen von BUVOG-Vorstand Gerhard Schuster in der Kronen Zeitung.****

"Ohne entsprechende Wohnbauförderungsmittel würden zukünftige Mieter, aber auch Häuslbauer, völlig dem freien Kapitalmarkt ausgeliefert werden. Zinserhöhungen und Verschlechterungen der Konditionen würden damit sofort und ungebremst auf die Mieter und Hausbesitzer durchschlagen. Ohne entsprechende Geldmittel würden weiters Zinsstützungen nicht mehr finanzierbar sein, was ebenso Rückzahlungsraten und Mieten verteuern würde. Verteuerungen der Mieten von derzeit zwischen 65 und 80 Schilling auf bis zu 150 Schilling pro Quadratmeter sind durchaus realistisch. Was passiert beispielsweise mit den Wohnbeihilfen, die wir in Niederösterreich ebenso aus Wohnbauförderungsmittel finanzieren? Alles in allem zeigt der Vorstand der BUWOG wenig Kompetenz wenn es darum geht, die Kürzungspläne des Finanzministers hinsichtlich der zukünftigen Auswirkungen für neue Mieter und Wohnungswerber zu beleuchten", so Knotzer weiter.

Zu den Plänen von Finanzminister Grasser, die Wohnbauförderungsmittel für die Länder um 62 Prozent oder 15 Milliarden Schilling zu kürzen, kann es nur ein striktes ‚Nein‘ geben. Grassers Kürzungspläne würden eine "Lahmlegung" des öffentlichen Wohnbaus in NÖ bedeuten. Diese Maßnahme wäre für NÖ eine Katastrophe, nachdem der Wohnbaubedarf in unserem Land ungebrochen hoch ist. Im vergangen Jahr sind in Niederösterreich in Summe rund 21.000 Wohneinheiten gefördert worden. Auch für das Jahr 2000 ist ein enormer Bedarf am Wohnbausektor zu erwarten. In den ersten 6 Monaten sind bereits mehr als 10.000 Wohneinheiten zur Förderung durch die öffentliche Hand vorgemerkt.

"Abgesehen davon, dass vor allem im Sanierungsbereich ein ungeheurer Nachholbedarf besteht, gilt es im Wohnbau weitere Akzente zu setzen. Wohnen an sich muss grundsätzlich billiger werden und in Zukunft ist noch besser auf die Bedürfnisse der Wohnungsnutzer einzugehen. In diesem Zusammenhang ist im Besonderen auf die Bereitstellung von günstigem Wohnraum für die Jugend und Jungfamilien zu achten. Eine entsprechende Initiative, die sich "Junges Wohnen" nennt, ist von mir bereits ins Leben gerufen worden. Viele Gemeinden haben ihr Interesse bekundet, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Eine vernünftige Wohnbaupolitik ist nicht nur aus sozialpolitischen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich. Eine Zerstörung des über Jahre gewachsenen erfolgreichen Systems der Wohnbauförderung hätte somit sowohl auf das soziale Gefüge der Gesellschaft, als auch auf die Wirtschaft und in weiterer Folge auf die Arbeitslosigkeit fürchterliche Auswirkungen. Wohnen würde teurer werden - und die Gewinne würden die privaten Immobilienmogule einfahren", so Landesrat Knotzer.
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