Leitl gibt wirtschaftspolitische Marschrichtung vor

Defizite bei Budget, Forschung und Selbständigenquote abbauen

Wien(PWK631) Drei Defizite ortet Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, in der heimischen Wirtschaftspolitik. "In den nächsten Jahren muss es uns gelingen das Budgetdefizit abzubauen, unser Forschungsdefizit im internationalen Vergleich endlich zu beseitigen und unser Selbständigenquoten-Defizit mit aller Kraft zu verringern", stellte der Wirtschaftskammer-Präsident heute bei einem Vortrag im Management-Club seine Ziele für Österreichs Wirtschaft vor.

"Auch wenn wir nicht alles gut finden, so werden wir die Regierung, sofern sie etwas bewegen will, dennoch unterstützen." Von besonderem Stellenwert ist für Leitl die künftige Zusammenarbeit mit den anderen Sozialpartnern. "Im Unterschied zur Politik haben wir Sozialpartner den Vorteil langfristig planen und arbeiten zu können. Deswegen brauchen wir eine aktiv gelebte Sozialpartnerschaft." Leitls Idee der Zukunftspartnerschaft beschreibt er so: "Ich wünsche mir eine Sozialpartnerschaft, die künftig nicht als Gesetzesbegutachter sondern als Gesetzesinitiator auftritt".

Für den Präsidenten der Wirtschaftskammer ist jetzt der ideale Zeitpunkt gekommen das Budgetdefizit des Staates abzubauen. Er holt sich dabei von unerwarteter Seite Unterstützung. "Es war John Maynard Keynes, dessen "deficit spending policy"-Aussage bekannt ist, der aber zugleich auch gesagt hat, dass man in guten Zeiten Überschüsse machen müsse, um in schlechten Zeiten Defizite abdecken zu können."

Auch im Bildungssektor erwartet sich der Vertreter der Wirtschaft mehr Flexibilität. "Wir müssen das Vorurteil abbauen, dass nur die höheren Schulausbildungen etwas wert sind. Und deswegen brauchen wir mehr Kompatibilität zwischen dem höheren Schulsystem und dem dualen Ausbildungssystem der Berufsschulen." Leitl will damit verhindern, das Jugendliche Ausbildungswege beschreiten an deren Ende sie ohne Beruf dastehen und keine Umstiegsmöglichkeiten mehr haben.

Dem Defizit in der Selbständigenquote will Leitl durch eine Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen begegnen. "Die ersten Schritte zur Entkriminalisierung des beruflichen Scheiterns wurden vom Nationalrat ja bereits getan. Das muss nun vorangetrieben werden." Überhaupt sollen bürokratische Hürden für das "Selbständigmachen" weiter abgebaut werden. (AB)

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