Freihandelsabkommen EU/Mexiko wird Österreichs Exporte beleben

Sofortiger Zollabbau für 53 Prozent der österreichischen Ausfuhren nach Mexiko

Wien (PWK629) - Per 1. Juli 2000 trat das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Mexiko in Kraft, womit sich für österreichische Firmen komplett neue Perspektiven eröffnen. "Für 53 Prozent der österreichischen Warenexporte nach Mexiko bedeutet dies einen sofortigen Zollabbau, die restlichen Zollsätze werden stufenweise abgebaut. Dies führt zu einer sukzessiven Parität der EU- mit den US-Lieferungen und stellt auch für die österreichische Wirtschaft die Chancengleichheit gegenüber den NAFTA-Partnern Mexikos wieder her", berichtet Österreichs Handelsdelegierter in Mexiko City, Walter Koren.

Es ist dies das umfassendste Freihandelsabkommen der EU außerhalb Europas, das einzige mit Lateinamerika und umfasst die Bereiche Warenhandel, Dienstleistungen, Investitionen und Kapitalverkehr, öffentliches Auftragswesen, Schutz von Patenten und Handelsmarken, Wettbewerbsregeln sowie Streitbeilegungsmechanismen.

"Mit diesem Freihandelsabkommen und der zunehmenden Industrialisierung Mexikos ist das Exportpotential für die nahe Zukunft enorm. Der bilaterale Außenhandel Österreich-Mexiko sollte sich in den nächsten vier Jahren verdoppeln", ist Koren überzeugt.

1999 erreichten die österreichischen Exporte 1,8 Mrd Schilling und im ersten Quartal 2000 einen Zuwachs von 5,6 Prozent. Damit nähern sie sich der 2 Mrd Schilling-Marke. Die Importe Österreichs aus Mexiko erhöhten sich 1999 auf 1,3 Mrd Schilling, erlitten jedoch heuer im ersten Quartal einen Einbruch (-52,6 Prozent). Dies sei in erster Linie auf die unregelmäßigen Lieferungen des exklusiv in Puebla/Mexiko produzierten neuen Beetle von VW zurückzuführen, so Koren.

Die Präsenz Österreichs in Mexiko mit derzeit 40 Firmen nimmt stetig zu. Die VA TECH-Gruppe hat durch diverse Akquisitionen ihre Mexikopräsenz bereits auf rund 700 Beschäftigte ausgebaut. Auch Firma Steyr-Powertrain nützt die Globalisierung und verfolgt ein ambitiöses Projekt zur Montage des kompletten Antriebsstranges für ein neues Sports Utility Vehicle in Kooperation mit GM in Saltillo/Nordmexiko. "Die Feinabstimmung der Arbeitsteilung bewirkt, dass Spitzentechnologie in der Steiermark entworfen und gefertigt, und am Ort der Endmontage 'just in time' geliefert werden kann. So entstehen für den neuen zu 95 Prozent für den US-Markt bestimmten Pontiac Aztec zusätzliche Arbeitsplätze sowohl in Österreich als auch in Mexiko", sagt Koren.

Der Monat Juli brachte auch eine weitere für den Außenhandel positive Veränderung: Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Mexiko endeten in einem Erdrutschsieg für Vicente Fox und seine Mitte-Rechts-Partei PAN. Damit stellt nach 71 Jahren zum ersten Mal eine andere Partei den Staatspräsidenten. Die Börse und der mexikanische Peso haben außerordentlich positiv auf den bevorstehenden Regierungswechsel, der sich mit 1. Dezember 2000 vollzieht, reagiert. Nach einer fünfmonatigen, nicht ganz leichten Übergangsperiode erwarten sich die mexikanischen Unternehmerverbände weitere Liberalisierungsschritte, einen Abbau der Bürokratie und damit verbunden, zunehmende Dynamik.

Die WKÖ-Außenhandelsstelle Mexiko hat ihr ambitiöses Veranstaltungsprogramm 2000 und 2001 für die österreichischen Unternehmen darauf abgestimmt. "Diese Chance sollten sich Österreichs Exporteure nicht entgehen lassen", betont der Handelsdelegierte. (Ne)

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