"Neues Volksblatt" Kommentar: "Dialog und Akrobatik" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 20. Juli 2000

Linz (OTS) - Es wird weh tun. Und es ist notwendig. Denn Schuldenberge ersticken die Handlungsfähigkeit. Das gilt für Private und es gilt auch für den Staat.

Das sind die Grundlagen, unter denen das von der Regierung nun propagierte (und ambitionierte) Ziel eines ausgeglichenen Budgets ab dem Jahr 2002 zu sehen ist. Ausgeglichenes Budget, sprich Null-Defizit, heißt, dass die Einnahmen im Jahr 2002 nicht niedriger als die Ausgaben sein dürfen, der bestehende Schuldenberg also nicht noch weiter angehäuft wird. Von Überschüssen ist damit noch nicht die Rede.

Der Weg zum Null-Defizit ist noch weit. Niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass dieser Weg spurlos an ihm vorbeigehen wird. Denn wo nüchtern Schilling-Beträge reduziert werden, stehen konkrete Leistungen oder eben Nicht- mehr-Leistungen dahinter. Für Finanzminister Karl-Heinz Grasser wird es daher zur zentralen Aufgabe werden, Erklärungen zu liefern und den Dialog mit Betroffenen zu suchen. Erst dann kann das richtige Ziel Null-Defizit auch wirklich außer Streit stehen. Diese Dialog-Fähigkeit, etwa auch mit den Ländern, wird Grasser noch beweisen müssen. Denn reine Zahlenakrobatik macht noch kein Budget.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782att Linz

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVL/OTS