Neue Lehrberufe entwickeln sich zum vollen Erfolg

1.782 Lehrverträge in 23 neuen Lehrberufen Ende 1998 gegenüber 4.131 Ende 1999

Wien (PWK625) - "Die Bildungspolitik hat in die neuen Lehrberufe sehr hohe Erwartungen gelegt. Neben der erforderlichen Modernisierung der Lehrlingsausbildung sollten in erster Linie zusätzliche Lehrplätze geschaffen werden, und beide Ziele wurden voll erreicht", stellt Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, anlässlich der Präsentation der vom ibw, Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, durchgeführten ersten Evaluationsstudie über die 23 in den Jahren 1997 und 1998 eingeführten neuen Lehrberufe fest.

"Im Dezember 1998 gab es insgesamt in den 23 untersuchten neuen Lehrberufen 1.782 Lehrverträge, im Dezember 1999 wurden 4.131 Lehrverhältnisse gezählt. 1.978 Lehrlinge im ersten Lehrjahr am 31.12.99 bedeuten eine kräftige Steigerung in den Aufnahmen gegenüber der vorherigen Saison (1.336). Die Anzahl der Lehrbetriebe stieg von 853 im Dezember 1998 auf 1.871 im Dezember 1999 an. Der Frauenanteil in den neuen Lehrberufen liegt mit 43 % deutlich über dem Durchschnitt in allen Lehrberufen von 33 %", so Alfred Freundlinger zu den Ergebnissen der Evaluation.

"Die dynamische Entwicklung bei den Lehrlingsaufnahmen belegt, dass die Lehrstellenkapazität der neuen Lehrberufe auch zwei bis drei Jahre nach ihrer Einführung noch nicht ausgeschöpft ist", so Freundlinger weiter. Maßgebliche Ursache dafür ist einerseits der Umstand, dass neue Lehrberufe in den Betrieben immer erst nach und nach angenommen werden, und andererseits, dass zumindest ein großer Teil der neuen Lehrberufe in aufstrebenden Wachstumsbranchen angesiedelt ist.

Gemessen an der Anzahl der Lehrverträge im ersten Lehrjahr am 31. Dezember 1999 hat der Lehrberuf "EDV-Techniker" die Spitze übernommen (387), gefolgt von den Lehrberufen "Verwaltungsassistent" (334), "Bankkaufmann" (176), "Produktionstechniker" (151), "Kommunikationstechniker - Elektronische Datenverarbeitung und Telekommunikation" (144), "EDV-Kaufmann" (114) und "Systemgastronomiefachmann" (113). Mit Ausnahme des "Verwaltungsassistenten" weisen alle genannten Lehrberufe eine Aufwärtstendenz in der Entwicklung auf.

Im Mittelfeld haben sich die Lehrberufe "Medienfachmann -Mediendesign" (80), "Straßenerhaltungsfachmann" (73), "Fitnessbetreuer" (71), "Gartencenterkaufmann" (69), "Vermessungstechniker" (62), "Kanzleiassistent -Rechtsanwaltskanzlei" (43), "Medienfachmann - Medientechnik" (33) und "Sonnenschutztechniker" (22) etabliert. Alle diese Lehrberufe weisen mit Ausnahme des "Gartencenterkaufmanns" eine ansteigende Entwicklung auf.

Um die Frage beantworten zu können, wie viele Lehrstellen mit den neuen Lehrberufen wirklich zusätzlich gewonnen werden konnten, und um die Zufriedenheit der Lehrbetriebe zu erheben, wurden vom ibw 222 Lehrbetriebe befragt, die zum Zeitpunkt der Befragung insgesamt 912 Lehrlinge in den 23 neuen Lehrberufen ausbildeten. "Mindestens zwei Drittel aller Lehrstellen in den untersuchten 23 neuen Lehrberufen sind als zusätzliche Lehrstellen zu werten", stellt Freundlinger fest. Insgesamt zeigt die Betriebsbefragung, dass die neuen Lehrberufe von den Lehrbetrieben sehr positiv bewertet werden. 87 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe gaben an, dass sie auch weiterhin Lehrlinge im neuen Lehrberuf einstellen werden. Fast drei Viertel (74 Prozent) dieser Lehrbetriebe wird dies im selben Umfang wie bisher tun, 13 Prozent werden mehr Lehrstellen anbieten. (pt)

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