"Kleine Zeitung" Kommentar: "Null & Schein" (von Carina Kerschbaumer)

Ausgabe vom 18.07.2000

Graz (OTS) - Natürlich hat sie mit ihrer Überlegung Recht - unsere Sozialministerin. Die Experten beten es ja gebetsmühlenartig vor. Mittelfristig wird nicht nur das Antrittsalter für Frühpensionen wieder erhöht, sondern auch das reguläre Pensionsalter angehoben werden müssen.

Sie hat Recht - und wird geohrfeigt. Von links und rechts.

Für ihren Parteifreund Peter Westenthaler handelt es sich schlicht um eine "Null-Debatte". Eine Ohrfeige der besonderen Art - so von Parteifreund zu Parteifreundin. Inkompetenz ortet die SPÖ.

Einen Beweis der Inkompetenz hat Elisabeth Sickl zweifelsohne geliefert. In politischer Strategie, nicht in der Sache. Wer Tage nach Beschluss der Pensionsreform ausrichten lässt, dass bald alle bis 67 arbeiten sollen, bringt eine Begabung mit Sicherheit nicht mit: Ein Gespür für den richtigen Moment.

Ob es nun aber ins strategische Konzept der Regierung passt oder nicht: Um eine Null-Debatte geht es hier nicht. Und gerade deshalb ist der Vorstoß Sickls für FP und VP so unangenehm. Denn die "Null-Debatte" wird die Debatte der Zukunft - und die bisherigen Debatten zur Pensionsreform waren angesichts der noch nötigen Reformen nicht viel mehr als Scheindebatten.

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