Umweltmediation zu Ausbau und 3. Piste des Flughafens Schwechat

Bis 2010 will Flughafen 3. Piste realisieren

Wien, (OTS) Der Flughafen Schwechat will ausbauen und ab 2010 eine neue, 3. Piste in Betrieb haben; die BürgerInnen der in der Nähe des Flughafens gelegenen Gemeinden, aber auch andere unter
den Einflugschneisen lebende Menschen - auch in Wiener Bezirken -klagen über die Lärm- und Umweltbelastungen durch den Flugverkehr. Sie befürchten eine weitere Zunahme der Belästigungen ebenso wie die weitere Beeinträchtigung der Lebensqualität. Die Flughafen Wien AG will daher gemeinsam mit allen Beteiligten und Betroffenen ein Umweltmediationsverfahren durchführen. Das ist ein Verfahren zur Konfliktregelung: mit Hilfe von professionellen,
allparteilichen MediatorInnen versucht man dabei, gemeinsam mit allen Beteiligten bzw. Betroffenen in einem Konflikt - der
Gegensatz zwischen den Wünschen der BürgerInnen auf Schutz vor Fluglärm und Umweltbelastungen einerseits und den wirtschaftlich begründeten Ausbauplänen des Flughafens andrerseits - einen Konsens zu finden. Diese Lösung ist unter Wahrung der Interessen aller Betroffenen zu erzielen. Bei einer Pressekonferenz am Montag in der Sky-Bar im Kaufhaus Steffl informierten Mag. Herbert Kaufmann, Vorstandssprecher der Flughafen Wien AG, Herbert Hofer, Sprecher der Plattform der Bürgerinitiativen gegen die dritte Piste, Labg. Richard Gebert, Bürgermeister von Schwechat und für den Nachbarschaftsbeirat tätig, sowie Planungsdirektor Univ.Prof. Dr. Arnold Klotz für Wien und Univ.Prof. Dr. Friedrich Zibuschka für Niederösterreich über ihre Stellung zum geplanten Ausbau und über die Details des Mediationsverfahren. Am Pressegespräch nahm auch die Wiener Umweltanwältin Dr. Karin Büchl-Krammerstätter teil.****

Die Flughafen Wien AG, ein börsenotiertes Unternehmen, will wegen des anwachsenden Flugverkehrs - erwartet wird eine jährliche Steigerung von 6 Prozent - den Flughafen ausbauen. Geplant sind
u.a. eine Erweiterung des Terminals, mehr Vorfeldflächen, ein Officepark und eine dritte Piste. Dagegen gibt es heftigen Widerstand aus der Bevölkerung, die bereits jetzt durch Fluglärm und Nachtflüge stark belastet ist. Daher will man nun im Rahmen eines Kommunikationsprozesses, eben des Mediationsverfahrens, versuchen, Konsenslösungen zu finden. Die Teilnahme an einem Mediationsverfahren - mit den Vorarbeiten wurde Rechtsanwalt Dr. Thomas Prader beauftragt - ist freiwillig und kann von jeder
Partei jederzeit abgebrochen werden.

Die Flughafen Wien AG, die Plattform der Bürgerinitiativen gegen die 3. Piste, die Bürgermeister der am meisten betroffenen Gemeinden (Nachbarschaftsbeirat), die Umweltanwaltschaften von
Wien und Niederösterreich sowie die Länder Wien und Niederösterreich haben das Vorhaben, ein Mediationsverfahren durchzuführen, grundsätzlich begrüßt. Bis September sollen drei geeignete MediatorInnen gefunden werden. Noch offen ist die Frage der Finanzierung und der entsprechenden Verträge. Über die Kosten des Mediationsverfahrens wurden beim Pressegespräch keine Angaben gemacht.

Für den Flughafen wies Vorstandssprecher Kaufmann auf die erwartete Zunahme beim Flugverkehr und die geplanten Ausbaumaßnahmen sowie auf die Bedeutung des Flughafens Schwechat für Arbeitsplätze, Wirtschaft und Tourismus hin: Pro einer Million Passagiere würden über 1.000 Arbeitsplätze geschaffen. Es gehe nun darum, das Ausbauvorhaben der 3. Piste mit der sowohl positiv als auch negativ betroffenen Region abzustimmen. Dagegen erklärte
Hofer als Vertreter der Bürgerinitiativen, man jubiliere nicht über die Aussicht auf ein Mediationsverfahren und würde lieber sofort über die Beseitigung des bereits jetzt entstehenden Fluglärms diskutieren. Ein Mediationsverfahren nur über die Ausbaupläne wäre keine zufriedenstellende Entwicklung. Es müßten für die bereits jetzt bestehenden Lärm- und Umweltbelastungen Lösungen gefunden werden, ebenso für eine garantierte Nachtruhe, es sollten aber auch Alternativen für eine Prosperität des Flughafens ohne 3. Piste überlegt werden. Gebert, Sprecher des Nachbarschaftsrates, in dem die Schwechat umliegenden Gemeinden vertreten sind, erklärte, man sei grundsätzlich für den Ausbau des Flughafens. Der kritische Punkt sei aber die zusätzliche Piste, gegen die sich zunächst alle Gemeinden ausgesprochen hätten und für die noch keine konkreten Pläne vorlägen. Über eine 3. Piste könne ohne die Bevölkerung jedenfalls nicht entschieden werden. Die für die Landeshauptleute Häupl und Pröll bei der Pressekonferenz anwesenden Ländervertreter Klotz und Zibuschka wiesen beide sowohl auf die Bedeutung des Flughafens für die Wirtschaftsentwicklung bzw. als großer Arbeitgeber als auch auf
die dadurch entstehenden Lärmbelastungen hin. Klotz unterstrich, dass die Frage des Lärms generell und des Fluglärms im besonderen zu einem zentralen Thema für die städtische Bevölkerung werde. Zibuschka begrüßte die Umweltmediation als Konfliktmanagementverfahren im Vorfeld der nötigen Umweltverträglichkeitsprüfung für eine 3. Piste. (Schluss) hrs/vo

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