Sacher: Wehrdienstpflichtige weg von der EU-Außengrenze

Unübersehbar hohe psychische Belastung - nur ausgebildetes Kaderpersonal und Zeitsoldaten für Kampf gegen Schlepperunwesen einsetzen

St. Pölten, (SPI) - Die jungen Männer, kaum älter als 20 Jahre, stehen mit scharfer Munition an unserer EU-Außengrenze Wache, in Gedanken immer wieder den Einsatzfall vor Augen. 12, 14 oder 16 Stunden an einer Grenze im Niemandsland, an denen die Aufgriffe Illegaler nicht weniger werden. Werden sie von kriminellen Schleppern angegriffen, müssen sie von ihrer Waffe Gebrauch machen? Muss ich einmal auf einen Menschen schießen? Wie verhalte ich mich - werde ich der Aufgabe entsprechen? Dies alles sind Fragen, die einen jungen Wehrdienstpflichtigen schon an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit bringen können. Und manche Gedankengänge sind dann nicht mehr so, wie sie bei jungen Menschen sein sollten. Angesichts der tragischen Ereignisse an der burgenländischen Grenze startet der Sozialdemokratische Landtagsklub Niederösterreich eine Initiative unter dem Titel "Weg mit den Wehrdienstpflichtigen von der Grenze". In einem Schreiben von SP-Klubobmann Ewald Sacher an Verteidigungsminister Scheibner und Innenminister Strasser werden beide Regierungsmitglieder ersucht, Wehrpflichtige nicht mehr zum Grenzschutz einzusetzen.****

"Viele Eltern sind verunsichert - und, wie ich meine, zu recht. Ein Gendarmeriebeamter, der zum Grenzschutz abkommandiert ist, muss zwei Jahre Ausbildung aufweisen und ist psychologisch bestens geschult. Der Aufgriff Illegaler und ein eventueller Waffengebrauch zur Selbstverteidigung werden damit ganz anders verinnerlicht, und die Beamtinnen und Beamten stehen diesen großen psychischen Herausforderungen ganz anders gegenüber als junge Präsenzdiener, die allein ohne Führungspersonal ihren Dienst versehen müssen. Verzweiflungstaten wie jene tragischen Ereignisse im Burgenland, könnten wahrscheinlich vermieden werden, wären die Präsenzdiener nicht solchen ‚Grenzsituationen‘ ausgesetzt", so der Klubobmann der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Ewald Sacher.

"Der Einsatz des Bundesheeres zum Grenzschutz ist für uns Sozialdemokraten unbestritten. Allerdings sollten Verteidigungs- und Innenministerium prüfen, ob dies nicht nur mehr mit Kaderpersonal und Zeitsoldaten wahrgenommen werden kann. Auch der Einsatz von Freiwilligen ist grundsätzlich denkbar, wobei hier eine besondere Schulung und eine entsprechende Betreuung durch das Kaderpersonal anzuraten ist. Wehrpflichtige selbst sollten nur im Bereich der Versorgung und der Organisation ‚hinter der Grenze‘ zum Einsatz kommen. Wir brauchen Bundesheer und Gendarmerie an der Grenze zum Schutz der Bevölkerung vor den kriminellen Schlepperorganisationen -aber noch mehr brauchen unsere Jugendlichen Schutz vor Situationen, denen sie manchmal nicht gewachsen scheinen", so Sacher abschließend. (Schluss) fa

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