Das Urgeschichtedorf mitten in der Stadt

Umweltausstellung auf den Steinhofgründen ist für alle da

Wien, (OTS) Stadtrat Fritz Svihalek hat am Montag das Projekt Urgeschichtedorf - Um(welt)lernen auf den Wiener Steinhofgründen der Öffentlichkeit präsentiert. Für Svihalek bedeutet diese Umweltausstellung eine Fortsetzung einer Serie verschiedener
Umwelt - Bildungseinrichtung - die angefangen von der Umweltmeile
- Nationalparkboot - Besucherzentrum Lainzer Tiergarten zur Waldschule reicht.

Das wichtigste Anliegen für die Gründer dieser Ausstellung ist der Anspruch, dass die Besucher für sich etwas mitnehmen, das den Umwelt- und Naturgedanken enthält.

Leitgedanken des Urgeschichtedorfes

Das im Jänner dieses Jahres vorgelegte "Grundlagenkonzept zur Strukturbildung" führte zur Entscheidung, eine erlebnisorientierte Umweltausstellung auf den Wiener Steinhofgründen einzurichten.
Ziel dieser Umweltbildungseinrichtung der Stadt Wien ist es, den unterschiedlichen Nutzungsansprüchen der BesucherInnen gerecht zu werden, im Zentrum die derzeitige Kernnutzung der Parkanlage als weiter gehende Erholungs- und Ruheinsel im Naturraum, die nicht in Frage gestellt wird. Diese wird ergänzt durch eine sensibel ausgewogene Balance zwischen unterhaltsam-anregenden Angeboten im Bereich der Freizeit, der Information und der Bildung. Gerade im städtischen Bereich ist der moderne Mensch zunehmend entwurzelt. Was vielfach bleibt, sind jene Sehnsüchte, die spezifisch das Empfinden der Ganzheit des Menschen ansprechen. Diesem
grundlegenden Bedürfnis, wieder einfache und "natürliche" Dinge zu tun, wieder in einem überschaubaren Kreislauf eingebunden zu sein, wieder direkten und persönlichen Kontakt zur Natur haben, ist der Leitgedanke des Urgeschichtendorfes.****

Gestaltungsprinzipien des Urgeschichtendorfes

Folgende qualitativen Anforderungskriterien an die Architektur und an das Design sind u.a. zu beachten:

o Authentizität

Die authentische Nachbildung urgeschichtlichen Lebens ist eines
der bedeutendsten Gestaltungsprinzipien. Die wissenschaftlichen Grundlagen des Institutes für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien im Bezug auf die Errichtungsweisen von Baulichkeiten und die Herstellung von Werkzeugen sollten als verbindliche Richtlinien bei der Umsetzung gelten.

o Originalität

Die Entwicklung einer ansprechenden, eigenständigen und unverwechselbaren Zeichensprache ist die Grundlage eines ästhetischen Gestaltungskonzeptes.

o Baubiologische Richtlinien und urgeschichtliche Maßstäbe

Neben dem Einsatz natürlicher, ökologisch unbedenklicher Baumaterialien sind bei der Konzeption vor allem auch in
bestimmten Zonen urgeschichtliche Bauart, Baumaterial und die urgeschichtliche Bauweise zu beachten. Das heißt zum Beispiel:
Holzbearbeitungsspuren, die sichtbar sind, dürfen keinen Motorsägenschnitt aufweisen, sondern glaubwürdige Imitationsspuren "urgeschichtlicher" Bearbeitung.

o Kindgerechtheit

Damit Kinder, und natürlich auch Erwachsene, sich auf dem Gelände spontan wohl fühlen, finden bereits bei der Konzeption und der Planung der Einrichtungen die kindlichen Bedürfnisse im ganzheitlichen Sinn besondere Berücksichtigung
- die körperlichen Bedürfnisse

z. B. durch eine Geländegestaltung, die der Freude der Kinder an Bewegung und vor allem auch an unterschiedlicher Arten der Bewegung entgegenkommt;
- die geistigen Bedürfnisse

z. B. durch bildhaftende Präsentation und eine konkrete, direkte und offene Ansprache im Rahmen des Leitsystems;
- die seelischen Bedürfnisse

o z. B. durch einen bewussten Einsatz von Tönen und Farben, ihre beruhigende oder stimulierende Wirkung berücksichtigend;

o Erneuerbare Energie

Bei der Gestaltung des zentralen Verwaltungsgebäudes "Villa Wilma" werden umweltschonende Technologien eingesetzt, z. B.
Solarenergie, Klimatisierung durch Fassadenbegründung.

Das Gelände der Umweltausstellung Urgeschichtedorf ist in neun "Zonen" gegliedert:

Sie sollen heißen: Eingang & Hauptweg, Hauptweg, Wegkreuzung, Biotop, Siedlungsbereich, Übergangsbereich, Teich, SitzArena & Feuerstelle und Verwaltungsbereich.

Hier die Beschreibung einiger dieser Zonen:

o Eingang & Hauptweg

Hier befindet sich eine Orientierungstafel und das
Steinelabyrinth. Das Steinelabyrinth besteht aus ca. 40 bis 45 Bruchsteinen, die in einem Durchmesser von ca. 7 bis 9 Meter spiralförmig angeordnet sind.

o Hauptweg

Eine SteineGalerie beschreibt die Menschheitsgeschichte von der Gegenwart bis zum Auftauchen der ersten Menschen.

o Wegkreuzung

Hier bekommt man über die Umweltbildungseinrichtung Informationen und Orientierungshinweise. In der Zone 3 steht der KlangTurm, der die Besucher in eine klangliche Atmosphäre bringen soll.

o Siedlungsbereich

Hier wird das Leben der Jäger und Sammler in der Altsteinzeit beschrieben, sowie die Beherrschung des Feuers und die Entwicklung der Sprache erklärt. Die Besucher können im Siedlungsbereich selbst altsteinzeitlich tätig sein. In der Mitte des Siedlungsbereiches sind UrzeitFelder angelegt. Erklärt wird hier u.a. der Ackerbau (Einkorn und Gerste) in der Jungsteinzeit. In dieser Zone befinden sich ferner die SchmiedeWerkstatt, die TöpferWerkstatt und die WebWerkstatt.

o Übergangsbereich

Auf der SitzArena können die Besucher die gewonnenen Erlebnisse
und Eindrücke ungestört und in Ruhe verarbeiten. Die AhnenGalerie zeigt eine selbstironische Auseinandersetzung mit den Entwicklungsstufen des Menschen.

o Teich

Hier wird der Lebensraum Wasser thematisiert. Besucher können bei dieser Station einmal selbst mit einem Einbaum Boot fahren. Am Westufer des BootsTeiches ist die EinbaumWerkstatt stationiert.

o SitzArena & Feuerstelle

Hier befindet sich die FeuerArena, in der eine mit Steinen begrenzten Feuerstelle angelegt ist. Auf Bildtafeln wird die Gestaltungsweise der Feuerstelle und das Element Feuer erklärt.

Zeitliche Abklärung der Errichtung des Urgeschichtedorfes

Noch im Sommer soll mit der Errichtung des Dorfes begonnen werden. Die voraussichtliche Bauzeit wird ein Jahr dauern. (Schluss) hl

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