AKNÖ warnt vor teurer Gratis-Romreise!

Werbeverkaufsveranstalter locken Konsumenten mit zweifelhaften Gewinnen

Wien (OTS).- Niederösterreichs Haushalte werden derzeit mit "gewonnenen Reisen" regelrecht überschwemmt. Nicht nur österreichische oder deutsche Anbieter verschicken derartige Gewinnverständigungen, sondern auch spanische oder maltesische. Dass man grundsätzlich vorsichtig bei "Gewinn-Reisen" sein sollte, hat die Konsumentenberatung der AKNÖ schon öfters aufgezeigt. Nun setzt man aber auch bei der Durchführung von Werbeverkaufsveranstaltungen nicht mehr nur darauf, Konsumenten mit Geschenken oder Abendessen in diverse Gasthäuser zu locken, sondern verspricht Reisegewinne, um zu den notwendigen Bestellungen zu kommen, wie das Beispiel der Fa. Höck zeigt.

Konsumenten werden wahllos angerufen, und man stellt ihnen sehr einfache Fragen (zB "Essen Sie gerne Spaghetti?", "Wie heißt die Hauptstadt von Italien?"). Da jeder diese Frage beantworten kann, sind alle Gewinner. Die "Gewinnüberreichung" erfolgt dann im Rahmen einer Werbeveranstaltung, bei der Bettwaren an die Frau oder den Mann gebracht werden sollen. "Gewonnen" wird einen Reisescheck im Wert von 6.980 Schilling für eine 5tägige Busreise nach Rom inklusive 4 Nächtigungen und Frühstück. Der Reisescheck gilt allerdings nur für eine Person im Doppelzimmer. Der Haken an der Sache: Pro Reise und Doppelzimmer ist nur ein Scheck gültig. Das heißt im Klartext: Wenn zwei Personen diesen Reisescheck erhalten haben, dürfen sie nicht im gleichen Doppelzimmer liegen. Der "teure" Ausweg: Man bezahlt einen Einzelfahrerzuschlag von 390 Schilling pro Tag, in Summe also mindestens 1.576 Schilling. Nimmt man eine Begleitperson mit, hat diese überhaupt den Vollpreis von 6.980 Schilling zu bezahlen.

Nächster Kritikpunkt der Konsumentenschützer: Die Unterbringung erfolgt laut Gewinnverständigung im gepflegten Mittelklasse-Hotel, was aber relativ wenig über die Qualität der Unterkunft aussagt. So wird beispielsweise nicht genau festgelegt, wo sich das Hotel befindet (vielleicht 60 km von Rom entfernt mit extra zu bezahlenden Fakultativausflügen?).

Unter dem Strich kostet die Reise den Konsumenten auf alle Fälle etwas und ist daher kein Gewinn. Es wird nichts genaueres bekanntgegeben, man bucht sprichwörtlich die "Katze im Sack". Das ist aber nicht der einzige Grund, weshalb AKNÖ-Konsumentenschützerin Mag. Doris Augustin grundsätzlich vor sogenannten Gewinn-Reisen warnt. Die Liste bekannter Probleme ist lang:

Oft ist zweifelhaft, ob der Reiseveranstalter überhaupt für Mängel einstehen muss, da es bei Geschenken kein Recht auf Gewährleistung gibt. Außerdem kann auch das Finanzamt dem Verbraucher die Gewinnsteuer vorschreiben, wenn der Reiseveranstalter diese nicht abgeführt hat. Hat man sich zu dieser "gewonnenen" Reise angemeldet und kann man dann nicht daran teilnehmen, so muss zu allem Überdruss man mit Stornokosten - wie bei jeder anderen gebuchten Reise -rechnen.

Deshalb der dringende Rat an die Konsumenten: Jedes Gewinn-Reiseangebot vor der Annahme sorgfältig prüfen und sich gründlich beim Reiseveranstalter erkundigen. Denn es ist durchaus möglich, dass die gleiche Reise (ohne Gewinn) über ein Reisebüro kostengünstiger gebucht werden kann. Wenn man trotzdem fährt, unbedingt bestätigen lassen, dass die im EU-Raum vorgeschriebene Insolvenzversicherung gegeben ist.

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