"Neues Volksblatt" Kommentar: "Trugschluss" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 17. 7. 2000

Linz (OTS) - Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer hat einem Radikalkurs im öffentlichen Dienst den Kampf angesagt: "Es geht um mehr, als am Schreibtisch eine Rechenaufgabe zu lösen, bei der unterm Strich eine Null herauskommt". Rechnungen werden inzwischen allerlei angestellt. Neben Riess- Passers Absicht, den öffentlichen Dienst mit einer Null-Lohnrunde zu beglücken, stellt Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartenstein die automatische Mitversicherung nicht berufstätiger Ehepartner in Frage. Mit Seitenblick auf den Sozialexperten Rürup und Rechnungshofchef Fiedler sieht Sozialministerin Sickl wiederum das sozialbudgetäre Heil in einer drastischen Erhöhung des Pensionsantrittsalters. Rürup, Fiedler und Sickl ignorieren bei ihren Überlegungen, dass längere Lebenserwartung noch lange nicht mit längerer Arbeitsfähigkeit gleichzusetzen ist. Dank medizinischer Fortschritte werden wir statistisch zwar durchschnittlich älter, der Knick in Belastbarkeit, Elan oder innovativer Flexibilität setzt aber nach wie vor um die 60 ein. Zu glauben, weil wir älter werden, können wir auch automatisch länger arbeiten, ist ein Trugschluss. In Anlehnung an Neugebauer: In der Frage Pensionssicherung geht es um mehr, als einer simplen Schreibtisch-Gleichung aufzusitzen.

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