"profil": Zelman kritisiert Subventionskürzung für JWS

Leiter des "Jewish Welcome Service" schreibt einen Brief an Schüssel - JWS gefährdet - "fassungslos" über Asamer-Äußerungen

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin "profil" veröffentlicht in seiner Montag erscheinenden Ausgabe einen offenen Brief des Leiters des "Jewish Welcome Service" (JWS) Leon Zelman an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Zelman übt darin heftige Kritik an der drastischen Kürzung der Subventionen an sein Service von bisher 2,5 Millionen Schilling auf nunmehr 900.000 Schilling. "Das 'Jewish Welcome Service' hat seit seiner Gründung im Jahre 1978 rund 3000 Menschen, die dieses Land 1938 rausgeschmissen hat, einen Besuch in Wien ermöglicht", schreibt Zelman. Nun sei dieses Projekt gefährdet.

Zelman zeigt sich darüber hinaus darüber erschüttert, dass nicht nur von Seiten der Regierungspartei FPÖ mehrfach unakzeptable Äußerungen getätigt wurden, sondern eine "bestimmte Gesinnung" auch in ÖVP-nahen Kreisen zu finden sei. Er verweist auf die Aussagen "des bekannten Unternehmer Johann Asamer aus Ohlsdorf, der die Zahlung an Zwangsarbeiter mit den Worten kritisiert: 'Die Juden treiben's noch so weit, bis sie wieder eine am Deckel kriegen.' Das macht mich, der die ganze Familie im Holocaust verloren hat, fassungslos."

Zelman zitiert aus der Präambel der Regierungserklärung, in der Sensibilität gegenüber der nationalsozialistischen Vergangenheit beschworen werde. Er vermisse diese Sensibilität in der Politik dieser Regierung.

Und Zelman schließt: "Ich hoffe, Sie wissen, mit wem Sie sich eingelassen haben. Vergessen Sie nicht: Am Anfang standen immer die Worte. Worte der Ausgrenzung, der Intoleranz und des Hasses. Herr Bundeskanzler Schüssel, nehmen Sie endlich Stellung."

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