"profil": Rentenzuschuss für ehemalige Kriegsgefangene verlangt

Kameradschaftsbund-Obmann Keimel fordert Zusatzpension auch für Mitglieder der Waffen-SS - Schüssel bereits informiert - Kanzler findet Vorschlag laut Keimel "sehr überlegenswert"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, erhebt der österreichische Kameradschaftsbund im zeitlichen Anschluss an die nun beschlossenen Entschädigungszahlungen für ehemalige Zwangsarbeiter des NS-Regimes nun seinerseits konkrete Forderungen nach Entschädigungen für ehemalige Kriegsgefangene aus Österreich.

Otto Keimel, früherer ÖVP-Parlamentarier und Obmann des Kameradschaftsbundes, zielt dabei nicht auf eine Einmalzahlung, sondern will für ehemalige Kriegsgefangene eine monatliche Zusatzrente erreichen. Keimel zu "profil": "Für Mindestrentner könnten das 300 bis 500 Schilling im Monat sein." Er habe die Variante einer monatlichen Unterstützung Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bereits bei einem Treffen vor drei Wochen präsentiert. Keimel: "Er hat das als sehr überlegenswert bezeichnet."

In der Regierungserklärung hatten ÖVP und FPÖ erklärt, sie würden sich um "sachgerechte Lösungen" für NS-Zwangsarbeiter und "in Fragen der österreichischen Kriegsgefangenen sowie der in der Folge der Benes-Dekrete und Avnoj-Bestimmungen nach Österreich vertriebenen deutschsprachigen Bevölkerung" bemühen. Wie der Grazer Historiker und Schüssel-Berater Stefan Karner gegenüber "profil" angab, leben seinen Schätzungen nach noch 15 Prozent der gesamt knapp eine halbe Million Kriegsgefangener und verschleppter Zivilisten aus Österreich, das wären 75.000 Menschen. Fast gleichlautend mit Keimel meint Karner, Kriegsgefangene sollten nicht wie NS-Zwangsarbeiter einen Einmal-Betrag, sondern "auf Antrag und sozial gestaffelt kleine Beträge als Aufbesserung der Rente bekommen".

Verurteilte Kriegsverbrecher sollen laut Keimel aus der Regelung ausgenommen werden. Unmissverständlich spricht sich der Kameradschaftsbund-Obmann jedoch für Zahlungen auch an frühere SS-Angehörige aus. Keimel zu "profil": "Die Waffen-SS wurde nicht als verbrecherisch gewertet. Ihre früheren Angehörigen sollten etwas bekommen." Tatsächlich wurde die Waffen-SS vom Nürnberger Gerichtshof jedoch nicht aus den kriminellen Vereinigungen ausgenommen.

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