"profil": Josefstadt-Sanierungskonzept unterzeichnet

Schulden höher als bislang bekannt - Josefstadt muss jährlich 46 Millionen Schilling einsparen

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wurde das Sanierungskonzept zur Rettung des Theaters in der Josefstadt vergangene Woche unterzeichnet. Damit konnte ein Insolvenzantrag in letzter Sekunde vermieden werden. Die Josefstadt muss im Sanierungszeitraum jährlich 46 Millionen Schilling einsparen. Wie aus dem Bericht der Unternehmungsberatungsgesellschaft Infora hervorgeht, beträgt die Überschuldung der Bühne nicht wie bislang angenommen 95 Millionen, sondern 160 Millionen Schilling.

Eine besondere Rolle spielt im Infora-Bericht - er liegt "profil" ungekürzt vor - die Rolle der Bank Austria und der Kauf der Immobilie. Obwohl die Josefstadt für die Liegenschaft keinen Pachtzins entrichten musste, hat sie diese 1998 von der Bank Austria um 25 Millionen Schilling gekauft. In der Bilanz taucht die Immobilie jedoch mit einem Wert von 105 Millionen Schilling auf. Dem Eindruck, dass die Josefstadt die Immobilie erwarb, um durch eine anschließende Höherbewertung die schlechten Bilanzen zu schönen, tritt der damalige kaufmännische Direktor Robert Jungbluth "energisch entgegen".

Infora beurteilt den Kauf und vor allem die anschließende bilanzielle Aufwertung "äußerst kritisch", weil der Kaufvertrag einen Passus enthält, wonach die Bank Austria bei einem eventuellen Wiederverkauf der Immobilie mit 80 Prozent am Mehrerlös beteiligt wäre. "Die Überschuldung der Gesellschaft erhöht sich dadurch um weitere 64 Millionen Schillien", wie die M&A Treuhand in einer "profil" ebenfalls vorliegenden insolvenzrechtlichen Beurteilung der Josefstadt schreibt. Die Überschuldung des Theaters beträgt somit 160 Millionen Schilling.

Laut M&A "besteht die dringende Vermutung, dass die 60-Tagefrist für eine Setzung von Sanierungsmaßnahmen/Insolvenzanmeldung längst verstrichen ist und die Organe der GmbH Haftungstatbestände gesetzt haben". Das Management der Josefstadt müsste also mit einem Krida-Verfahren rechnen, wenn die Finanzprobleme nicht schleunigst gelöst werden.

Mittels harter Sparmaßnahmen soll das Theater 2005 wieder ausgeglichen bilanzieren können. Im Zehnpunktekatalog sind Gehaltskürzungen, Pensionsverzicht und Mitarbeiterabbau genannt. Der Schuldenberg von 160 Millionen ist nicht berücksichtigt.

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