• 15.07.2000, 08:03:23
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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Selbstbewusst" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 15. Juli 2000

LINZ (OTS) - Es zeugt von gehörigem Selbstbewusstsein, was die
Herren Schüssel und Grasser jetzt an Sanierungsprogramm für den
Staatshaushalt vorlegen. Das ist umso bemerkenswerter, als es gerade
ein halbes Jahr her ist, dass die rot-schwarze Koalition platzte und
baldige Neuwahlen im Raum standen. Auf die ÖVP, die sich ja schon auf
die Oppositionsrolle festgelegt hatte, hätte damals kaum einer
gesetzt. Aus heutiger Sicht hat Wolfgang Schüssel vor einem halben
Jahr goldrichtig gehandelt: Rot-Schwarz war zu den notwendigen
Reformschritten unfähig und Neuwahlen hätten vermutlich Jörg Haider
endgültig nach Wien gelockt. Heute zeichnet sich zum Gespann
Schüssel-Grasser keine ernst zu nehmende Alternative ab, was
obgenanntes Selbstbewusstsein verständlich macht. Gegessen ist der
schwere Brocken Budgetsanierung aber noch lange nicht. Gefahr droht
heute nicht von der Opposition. Die Menschen haben Verständnis für
den Abbau des Schuldenberges, solange das soziale Augenmaß mit den
Reformen Schritt hält. Gefahr droht eher vom Koalitionspartner FPÖ,
der eben das Schicksal jedes Zweiten in der Regierung erleidet. Der
Bestand dieser Koalition wird unter anderem davon abhängen, ob
Grasser sich als Hoffnungsträger der FP entfalten darf oder den
Fangschuss aus dem Bärental erhält.

Rückfragehinweis: Neues Volksblatt

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