Petrovic: Arme Schweine! Stoppt die Ausbreitung von Großbetrieben

Weniger Schweinehalter halten immer mehr Tiere

Wien (OTS) "In Österreich werden rund 3,8 Millionen Schweine unter unvorstellbar grausamen Bedingungen gehalten, davon allein 1,06 Mio in NÖ, 1,2 Mio in OÖ und 1,02 Mio in der Steiermark. Besonders brutal ist die Haltung der Muttersauen, die meist in engen Kastenständen eingepfercht sind", so die stellvertretende Klubobfrau der Grünen, Madeleine Petrovic. "Auch in Österreich ist die Konzentrationstendenz steigend", kritisiert Petrovic, "die Anzahl der Schweinehalter nimmt ab, während die Tierbestände zunehmen. Die Tiere werden meist ohne Einstreu auf Vollspaltenböden gehalten."

In der hochspezialisierten und geographisch konzentrierten Schweinemast breiten sich auch Seuchen wie ein Lauffeuer aus, wie z.B. die Schweinepest in den Niederlanden und Norddeutschland. Hunderttausende Schweine und Ferkel müssen dann unter unvorstellbaren Qualen im Akkord notgeschlachtet werden, warnt Petrovic. Für die Kosten der Maßnahmen gegen die Seuchenausbreitung durch die Mammutbetriebe müssen die europäischen Steuerzahler aufkommen. Entsprechend gering schlagen sich die Nachteile der industriellen Viehzucht in der wirtschaftlichen Kalkulation der Mäster nieder. Die Finanzhilfe der EU zur Tilgung der Schweinepest in den Niederlanden wurde allein 1997 mit 109.937.795 EUR (das sind mehr als 1,5 Mrd. öS) festgesetzt.

Der starke Ausbau der Intensivtierhaltung führt auch zur gesundheitlichen Belastung der AnrainerInnen. Die organischen Stoffe der Stallluft von Mastbetrieben wie z.B. staubgetragene Proteine, Endotoxine und Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Viren und Protozoen, die unter dem Begriff Bioaerosole zusammengefasst werden, gelten als Risikofaktoren für Atemwegserkrankungen. Bisher gibt es jedoch keine Richtwerte für die zulässige Außenluftbelastung mit Keimen, Viren, Allergenen und toxischen Stoffen. Nach der derzeitigen Rechtslage werden von den Luftverunreinigungen nur Geruchsemissionen berücksichtigt. Petrovic: "Es müssen endlich weitergehende Vorsorgemaßnahmen zum Anrainerschutz durchgesetzt werden."

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