Gewerbeverein: Asymmetrische Pensionsreform - die Jungen zahlen

Wien (OTS) - Die Pensionsreform war überfällig. Sonderbar ist lediglich, dass nur eine - allerdings die von der Anzahl her größte Gruppe - zur Kasse gebeten wird. Pensionisten bleiben ungeschoren -wenn sie schon im rettenden Hafen sind. Die, die draußen sind, die sollen sich dafür abstrudeln - das ist Generationenvertrag pur.

Nicht gesprochen wird über Pensionen im öffentlich-rechtlichen Bereich, die bei Beamten bis zu etwa 90.000.- betragen und schon gar nicht über jene von Politikern, die den genannten Betrag weit übersteigen. Wäre ja auch sozial unausgewogen, derartige Pensionen auf Lebenszeit einzufrieren oder gar zu kürzen. Dazu zwei Zitate aus der Regierungserklärung vom 9.2.2000:

- "...die Schulden von heute sind die Steuern von morgen"...."wir haben die Verpflichtung, unseren Kindern ein geordnetes Haus zu übergeben". Ist es geordnet, wenn der Generationenvertrag die Jungen ausbluten lässt, während die Alten ihre wohlerworbenen Pfründe auf den Malediven verkonsumieren? - so der Österreichische Gewerberverein (ÖGV)

- "Der Missbrauch von staatlichen Transferleistungen ist unsozial und unsolidarisch. Er muss konsequent abgestellt werden³. Auch Pensionen sind Transferleistungen und ob jene der Spitzenbeamten und Politiker sozial und solidarisch sind, bleibe dahingestellt.

Diese Regierung ist angetreten, "Österreich neu zu regieren". Faktum ist es, dass die Lebenserwartung glücklicherweise für die Betroffenen in jeweils zehn Jahren um ein bis zwei Jahre steigt.

Bisher hat man lediglich bei der Pensionssanierung wie bisher an den Schräubchen gedreht - etwas konsequenter schon als bisher.

- Von Strukturreformen hat man nichts gehört. Die zig-SV-Träger wurden noch nicht durchleuchtet; zuviele Parteifreunde sind dort untergekommen und müssen versorgt werden.

- Wenn die Abschaffung der Abfertigung zum Füllen der Pensionslücke verwendet würde, ist das noch nicht kreativ - im Gegenteil:
Vorgesehen ist, die Abfertigungen auch noch den Selbstkündigern zu geben und damit die Lohnnebenkosten um zwei Prozent in die Höhe zu treiben. Bei einer Milliarde Euro Arbeitnehmerentgelten in Österreich sind zwei Prozent immerhin 20 Millionen Euro jährlich. Nun wurden schon bisher Abfertigungen im Fall der Arbeitnehmerkündigung und bei Pensionierung etc. bezahlt. Nimmt man realistisch zusätzliche 10 Millionen Euro sind das immerhin 140 Millionen Schilling, die den Arbeitgebern als zusätzliche Lohnnebenkosten erwachsen. Da die in der Regierungserklärung zusammengestellten 15 Milliarden Einsparung an Lohnnebenkosten lediglich einer Milchmädchenrechnung" entstammen, müssen Unternehmer nun auch noch zur Finanzierung der maroden Pensionen aufkommen - eine Zumutung, so der ÖGV.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Gewerbeverein,
Dr.Herwig Kainz
Tel.:01-587 36 33/30
Email: oest.gewerbeverein@apanet.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OGV/OTS