AK Kontrollen wirken: "Lebensmittelsünder" haben sich gebessert

Ein Drittel der Geschäfte beim AK-Test aber neuerlich beanstandet - AK fordert vom Sozialministerium: "Wiederholungstäter" sollen veröffentlicht werden können

Wien (AK) - In zwei Drittel der im AK-Test vom Februar
beanstandeten Wiener Geschäfte waren die Frischfische jetzt in Ordnung. Das zeigt eine AK-Nacherhebung bei den bemängelten 14 Wiener Geschäften. Aber: In fünf beanstandeten Betrieben waren erneut fünf Frischfische am Tag des Einkaufs bereits schlecht. Schuld daran sind das Alter der Rohware sowie die nicht eingehaltene Kühlkette während des Transportes, der Lagerung und der Verarbeitung, kritisieren die AK-Konsumentenschützer. Daher müssen Lieferanten und Verkäufer die Kühltemperaturen verstärkt kontrollieren. Außerdem sollen bei wiederholten Beanstandungen die Namen der betroffenen Betriebe veröffentlicht werden, verlangen die AK-Konsumentenschüter. Das Sozialministerium soll ein Gesetz vorbereiten. Die AK wird auch weiterhin laufend Kontrollen durchführen, denn für ihr Geld müssen die Konsumenten sicher sein, dass sie einwandfreie Lebensmittel einkaufen. ****

Die AK-Konsumentenschützer haben Ende Mai Nachkontrollen in den selben Wiener Geschäften und bei den gleichen Frischfischen durchgeführt, die im Februar beanstandet wurden. Nach der Ersterhebung im Februar wurden die beanstandeten Betriebe über die Ergebnisse informiert. Insgesamt wurden 13 offene und 5 vorverpackte Frischfische in 10 Fischfachgeschäften und 4 Supermärkten in Wien eingekauft. Es handelte sich dabei und Seelachs-, Kabeljau-, Schollenfilets und Heilbutt.
Während des Einkaufs wurden die Proben in einer Kühlbox auf Eis gelagert. Die Lebensmitteluntersuchungsanstalt der Gemeinde Wien hat die Proben noch am gleichen Tag untersucht. Die Produkte wurden einer sensorischen Beurteilung unterzogen. Außerdem wurde der Säuregrad und der basische Stickstoff der Produkte ermittelt. Alle Fischproben wurden auch auf Fischparasiten (Nematoden) untersucht.

40 Prozent waren im Februar schlecht
40 Prozent der im Februar eingekauften Frischfischproben waren am Tag des Einkaufs bereits verdorben oder wurden wegen krasser Ekelerregung beanstandet, zeigte der AK-Test. Insgesamt wurden 47 Fischproben in 23 Wiener Geschäften Anfang Februar überprüft. Als Konsequenz dieser schlechten Ergebnisse haben die AK-Konsumentenschützer eine Nachkontrolle der betroffenen Betriebe beschlossen.

Nachkontrolle: Besser, aber immer noch unbefriedigend
Die Nachkontrolle der AK-Konsumentenschützer bei den 14 "Lebensmittelsündern" des Februar-Tests zeigt: Bei neun Geschäften waren die Produkte nun in Ordnung.

Aber: In fünf Geschäften waren die Frischfische auch diesmal am Tag des Einkaufs bereits schlecht.

Beanstandet wurden wegen Verdorbenheit im lebensmittelrechtlichen Sinn bzw krasser Ekelerregung:
+ Seelachsfilet von Eidelpes/Forellenhof Kaumberg am Viktor Adler Markt (26.5.),
+ Kabeljaufilet von Interspar im 11. Bezirk, Landwehrgasse (26.5.), + Kabeljaufilet von Meinl im 14. Bezirk, Hütteldorferstraße (krass ekelerregend) (29.5.),
+ Kabeljaufilet (verpackt) von Merkur, 14 Bezirk, Hütteldorferstraße (29.5.),
+ Seelachsfilet von Hengstberger, 17 Bezirk, Hernalser Hauptstraße (30.5.).
(Mit der lebensmittelrechtlichen Beanstandung wird jedoch keine Aussage über das Verschulden getroffen.)

In zwei Drittel der Betriebe, die die AK-Konsumentenschützer nach der Ersterhebung im Februar von den schlechten Ergebnissen informierten, wurde offensichtlich durch den sorgfältigeren Umgang mit den Frischfischen eine Verbesserung erzielt. Die Ergebnisse haben sich zwar verbessert, geben aber aus Sicht der AK-Konsumentenschützer nach wie vor Anlass zur Sorge. Ziel muss daher sein, dass sich die Konsumenten tatsächlich auf die Qualität verlassen können. Daher wird die AK auch künftig Kontrollen durchführen und darüber informieren, kündigen die AK-Konsumentenschützer an.

Kontrollieren
Die AK-Konsumentenschützer verlangen daher:
+ Die Lieferanten und Verkäufer müssen frischere Ware anbieten und darüber hinaus konsequent die Lagertemperaturen kontrollieren. Die Fischhygieneverordnung sieht vor, dass Frischfisch zwischen null und plus zwei Grad Celsius gelagert werden muss.

Sozialministerium muss reagieren
+ Bei wiederholten Beanstandungen muss der Name des betroffenen Betriebes öffentlich genannt werden. Daher verlangen die AK-Konsumentenschützer dringend eine Novelle des Lebensmittelgesetzes. Denn die niedrigen Strafen, die bei Verurteilungen durch das Gericht und die Verwaltungsbehörden ausgesprochen werden, sind gegenwärtig unzureichend, um eine wirksame Einhaltung der Bestimmungen des Lebensmittelgesetzes zu gewährleisten, kritisieren die AK-Konsumentenschützer.

Tipps der AK-Konsumentenschützer
+ Sorgen Sie für eine gute Kühlung während des Transportes und zu Hause.
+ Der Fisch muss frisch aussehen. Frischer Fisch ist fest und elastisch. Ein Finderdruck hinterlässt keine Druckstelle.
+ Greifen Sie eher zu tiefgefrorenem Fisch, wenn Sie länger unterwegs sind. Auf Grund des relativ raschen Tieffrierens sind mikrobielle Probleme zum Zeitpunkt des Verzehrs gering.

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