Keusch: Wirtschaftsdaten NÖ: Statt Top 10, Top unter dem Durchschnitt

Globale Sichtweise verfälscht klar die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren

St. Pölten, (SPI) - Als "völlig unangebracht" bezeichnet der Finanzsprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Eduard Keusch, die Selbstgefälligkeit, mit der Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll die "guten" Wirtschaftsdaten Niederösterreichs kommentiert und vereinnahmt. "Wenn man einem Beschäftigten in den NÖ Grenzregionen freudestrahlend kundtut, dass Niederösterreich vom Wirtschaftsforscher Gerhard Lehner bei der vergangenen ÖVP-Klausur in einer wohl parteipolitischen Auftragsarbeit ausgezeichnete Wirtschaftsdaten verliehen wurden, so wird sich seine Begeisterung darüber in Grenzen halten. Zieht man die Bewertung nach dem Bruttoinlandsprodukt heran, so beträgt dies im Umland Wiens rund 400.000,- ATS je Einwohner, im Weinviertel nicht einmal die Hälfte davon. Bei der Kaufkraft liegt das Wiener Umland mit rund 50 % über dem EU-Durchschnitt, im Mostviertel liegt man mit rund 90 Prozent ebenso wie im Weinviertel mit rund 70 Prozent klar unter dem EU-Durchschnitt. Die Top-Wirtschaftsdaten, präsentiert bei der ÖVP-Regierungsklausur, sind zwar nicht gleichbedeutend mit parteipolitischer Schönfärberei - aber eine Nähe ist auszumachen", kommentiert Keusch die Selbstbejubelung der ÖVP.****

Das es den Wirtschaftsforscher und die ÖVP-Niederösterreich freut, mit 4,8 Prozent eine der geringsten Arbeitlosenquoten der EU aufzuweisen, ist letztendlich eine Bestätigung der Wirtschafts- und Sozialpolitik der vergangenen Jahrzehnte und damit einer Sozialdemokratischen Regierungspolitik. Dass Niederösterreich ebenso wie andere Bundesländer vom Exportboom und dem Wiedererstarken der Konjunktur profitieren, kann sich wohl auch kaum ein Herr Landeshauptmann auf die Fahnen schreiben. Niederösterreichs positive Beschäftigungszahlen begründen sich auch auf die Tatsache, dass rund die Hälfte der Niederösterreichischen Erwerbstätigen in die Bundeshauptstadt auspendeln. Wer macht da nun gute Wirtschaftspolitik, wo liegen denn nun die wirtschaftlichen Potentiale- Wien oder Niederösterreich? Alles in allem also ein Grund zur Freude, aber sicher nicht zur Selbstzufriedenheit und vor allem falscher Selbstzufriedenheit", so der SP-Finanzsprecher.

"Landeshauptmann Erwin Pröll und die ÖVP-Regierungsriege sollte sich daher um die wirklichen Defizite Niederösterreichs Gedanken machen. Wenn ein Landesrat Sobotka Niederösterreich als Agrarland Nr. 1 bejubelt, gleichzeitig aber immer mehr Förderungen ausschütten muss, so bedarf es nur der Frage nach der langfristigen Leistbarkeit dieses System, das Defizite offenbart. Gewerbliche und industrielle Produktion, industrienahe Dienstleistungen und High-Tech-Produkte, die eine höhere Wertschöpfung und Produktivität erzielen, sind auf einige wenige Regionen beschränkt. Wenn wir es seit Jahrzehnten nicht schaffen, unsere Verkehrsinfrastruktur auszubauen, dann überlassen wir damit künftigen Generationen ein schweres Erbe. Niederösterreichs Standortqualität ist nur mit einer bestens ausgebauten Infrastruktur zu sichern. Davon sind wir in Niederösterreich aufgrund einer sehr zögerlichen Politik der verantwortlichen VP-Landeshauptleute - und zwar über Jahrzehnte hinweg - noch meilenweit entfernt. Weiters müssen wir die Defizite zwischen den verschiedenen Regionen Niederösterreichs abbauen, damit alle Menschen von der Wirtschaftsentwicklung profitieren können. Also ausreichend Terrain für Engagement - und wenig Grund für selbstzufriedenes parteipolitisch motiviertes Kalkül", so LAbg. Keusch abschließend. (Schluss) fa

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