Österreich exportiert wieder kräftig in die MOEL- und GUS-Staaten

Starker Aufschwung im 1. Quartal 2000 - Importe legen erneut kräftiger zu als Exporte - Russland wieder wachsender Markt

Wien (PWK607) - Der österreichische Außenhandel mit den Ländern Mittel- und Osteuropas läuft heuer gut an. Sowohl die Exporte als auch die Importe verzeichneten im ersten Quartal 2000 durchwegs zweistellige Zuwachsraten: "Die Exporte stiegen nach Mittel- und Osteuropa um 12,9 Prozent auf 31,3 Mrd Schilling, in die GUS-Staaten sogar um 57 Prozent auf 2,8 Mrd Schilling", berichtet Philipp Marboe, Osteuropa-Experte in der Wirtschaftskammer Österreich.

Noch stärker entwickelten sich die Importe. In den ersten drei Monaten legten die Einfuhren aus den Ländern Mittel- und Osteuropas (MOEL) um 18,1 Prozent auf 23,9 Mrd Schilling zu. Aus den GUS-Staaten wurden Waren im Wert von 6,2 Mrd Schilling importiert, was einem Anstieg von 87,4 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht.

"1999 wuchsen die Exporte in die MOELs um 5 Prozent, die Importe um 8,3 Prozent, bei den GUS-Staaten sanken sowohl die Einfuhren als auch die Ausfuhren", so Marboe. "Die heurigen Zahlen zeigen daher eindeutig eine Erholung der Geschäftsbeziehungen Österreichs mit Osteuropa auf." Mit Exportsteigerungsraten von 10 bis 15 Prozent könne für 2000 durchaus gerechnet werden, ebenso mit einer weiterhin hochaktiven Handelsbilanz Österreichs.

Unter den Hauptabnehmern österreichischer Waren in Mittel- und Osteuropa liegt weiterhin Ungarn im ersten Quartal mit 10,8 Mrd Schilling an der Spitze (+13,7 Prozent), gefolgt von der Tschechischen Republik (+16,6 Prozent), Slowenien (+10,3 Prozent), Polen (+9,8 Prozent), der Slowakei und Kroatien. Österreich liefert vor allem Maschinen und Fahrzeuge, chemische Erzeugnisse, Papier und Pappe sowie Metallwaren in die MOEL. Auch importseitig dominieren Maschinenlieferungen das Geschäft, Brennstoffe und Energie - vor allem Erdöl- und Erdölerzeugnisse - liegen an zweiter Stelle.

"Von den österreichischen Exportwaren in die GUS-Staaten nimmt Russland 62 Prozent ab, die Ukraine etwa 20 Prozent und Weißrussland (Belarus) 8 Prozent. Die restlichen 10 Prozent verteilen sich im Großen und Ganzen auf Usbekistan, Kasachstan, Georgien und Aserbaidschan", analysiert Marboe. Die Exporte nach Russland wuchsen heuer im ersten Quartal um 42,7 Prozent auf 1,7 Mrd Schilling an, die Einfuhren legten mit 75,6 Prozent auf fast 4 Mrd Schilling besonders kräftig zu.

Als wichtigste Produktgruppen für den österreichischen Export in die GUS gibt Marboe Maschinen und Verkehrsmittel an, die fast die Hälfte der Gesamtexporte ausmachen. Eine wesentliche Rolle spielen auch die Lieferungen bearbeiteter Waren wie Papier, Rohre etc., die sich heuer gegenüber der Vorjahresperiode bereits verdoppelt haben, sowie chemische und pharmazeutische Erzeugnisse. Die Importe bestehen zum Großteil aus Energie- und Rohstoffen, steigende Tendenz - wenn auch noch in kleinen Mengen - weisen Maschinen, Konsumgüter, Fertigwaren und Chemikalien auf.

Weiterhin sehr aktiv ist Österreich auch bei den Investitionen in die Oststaaten. Laut neuestem WIFO-Ergebnis nimmt Österreich neben Deutschland, den Niederlanden und den USA einen Spitzenrang unter den Direktinvestoren ein. Österreich ist ein besonders wichtiger Investor in der Slowakei und Slowenien, am stärksten sind österreichische Investoren aber in Ungarn engagiert. Der Bestand der österreichischen Direktinvestitionen in Osteuropa vergrößerte sich von 5,3 Mrd Schilling im Jahr 1990 auf aktuelle 79,6 Mrd Schilling (1999). (Ne)

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