"Wiener Bilder" im Museum auf Abruf

"Fotografien aus einer Stadt"

Wien, (OTS) Mit der Ausstellung "Wiener Bilder. Fotografien
aus einer Stadt" setzt die Kulturabteilung der Stadt Wien die Ausstellungsserie "Museum auf Abruf" in der gleichnamigen Galerie, Makartgasse 1, fort. Bis 30. September, Montag bis Freitag von 13 bis 19 Uhr, Samstag von 10 bis 16 Uhr, sind in der Ausstellung Arbeiten von 30 Künstlern zu sehen: Auseinandersetzungen mit dem Thema Wien abseits der Fremdenverkehrsperspektive, Arbeiten, die auch das "Kunstwollen" ihrer Schöpfer dokumentieren.

Kulturstadtrat Peter Marboe, der die Ausstellung am Dienstag Abend eröffnete, wies auf die zunehmende Bedeutung der Fotografie im Wiener Kunstgeschehen und auch in der Ausstellungslandschaft
der Stadt hin. Das Museum auf Abruf zeige mit dieser Schau, dass
die Sammeltätigkeit der Stadt diesen Gesichtspunkten schon seit langem Rechnung getragen habe und wichtige und interessante
Arbeiten erworben worden seien.

Insgesamt besetzt die Kulturabteilung rund 15.000 Kunstwerke, die im Lauf der Jahre seit den Fünzigern angekauft wurden. Derzeit steht jährlich dafür ein Rahmen von rund 6,5 Millionen Schilling zur Verfügung.****

Die "Wiener Bilder" ermöglichen dem Besucher eine Begegnung mit vielen Sichtweisen der Stadt, gesehen durch die Linse künstlerischer fotografischer Auseinandersetzung.

Es gibt die fast enzyklopädisch agierenden "Dokumentierer", die mit subjektiver Ästhetik ein Thema umfassend behandeln:
Elfriede Majchar widmete eine Folge der eigengesetzlichen Welt der Simmeringer Gärten. Johannes Faber befasste sich mit den Mauern
des Wientals, Walter Zednicek porträtierte einfühlsam Otto Wagners Bauten, Margherita Siluttini schuf präzise Dokumente vom Areal der Remise Engerthstraße, und mit fast emotionsloser Coolness kritisiert Ralf Hoedt die Unmenschlichkeit von Wohnklötzen in den Vorstädten.

Dann gibt es sensible "Topographen", die im Bekannten das Besondere entdecken, etwa Maria Theresia Litschauer mit ihrer
Sicht der Simmeringer Gasdome oder Sascha Menowicz, der an Otto Wagners Vorortelinie unbeachtete Details offen legt. Christa Angelmaier erweitert mit ihren Dokumentationsfotos von verhängten Restaurationsobjekten in ironischer Weise den Begriff von der
"Kunst im öffentlichen Raum".

Zitate aus Wiens Alltagsleben verband Heinz Cibulka zu seinem assoziationsreichen Bilderblöcken, und das Motiv der Poesie bestimmt seit jeher auch Felix Kalmars Fotocollagen. Eine ungewöhnliche, trotz ihres Realismus poetische Sicht Wiens, ist auch den Fotos des amerikanischen Gastes Bill Barrett zu Eigen.

Wiener Motive lieferten auch für Konzeptkünstler wichtige Anregungen: Bei Friedl Kubelka-Bondy wird die Architektur des Rabenhofes zu einem irritierenden Ratespiel. Auch Andreas Baumann betrachtet Wiener Lokalitäten wie durch vielfach facettierte Insektenaugen. Mit seiner Partnerin Eva Wohlgemuth schuf er Detailfotos von Bodensituationen, die sich erst durch ihre exakten geografischen Koordinaten als konzeptuelle Mikro-Veduten zu
erkennen geben. An die vor zwei Jahren rot gestrichene Secession erinnert Klaus Scherübels Foto-Tableau.

Zu den Anfängern der Fotokunst kehrte Thomas Freiler zurück. Mit seiner Camera obscura platzierte er sich rund um St. Stephan
und lieferte überraschend authentische und dennoch ungewöhnliche Aspekte dieses Wiener Wahrzeichens. (Schluss) gab/bs

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