14. Juli - Tag des Schweines: Verein gegen Tierfabriken startet Kampagne "Ein Herz für Lucie"

Laaben (OTS) - Ort: 1010 Wien, Stock im Eisen Platz
Zeit: ab 10.00 Uhr

Der "Verein gegen Tierfabriken" hat sich für diese Kampagne, die auch von anderen Europäischen Tierschutzorganisationen unterstützt wird, ein bestimmtes Schwein ausgesucht, welches allen anderen LeidensgenossInnen helfen soll: dieses Schwein heißt "Lucie" und steht stellvertretend für all ihre "schweinischen Kollegen" in den unzähligen österreichischen und europäischen Tierfabriken. "Lucie" wird uns durch die nächsten Monate begleiten, als "Maskottchen" für folgende Ziele:

  • ein Verbot der Einzel- und Anbindehaltung,
  • ein Verbot des Kastenstandes ("eiserne Jungfrau") für Sauen und
  • ein Verbot der Vollspaltenböden für alle Schweine.

In Großbritannien, Schweden und Dänemark ist der Kastenstand bereits verboten worden, ein Grund mehr, dieses Verbot auch in anderen europäischen Ländern durchzuziehen! Weiters soll noch heuer die EU-Richtlinie zur Schweinehaltung überarbeitet werden, die EU-Kommission wird einen Bericht über das "Wohlbefinden von Schweinen in Intensivhaltungen" an den Rat übermitteln. Alle Tierschutzorganisationen der "European Coalition for Farm Animals" (ECFA) fordern darin vehement ein Verbot der tierquälerischen Kastenstände und der Anbindehaltung ein.

"Lucie" ist also das Symbol für sogenannte "Zuchtsauen", die ihr Leben in Einsamkeit fristen und fast immer so gehalten werden, daß sie nicht einmal den kleinsten Bewegungsfreiraum haben. Aufstehen und Niederlegen ist zumeist alles, was ihnen in ihren lebenslänglichen Folterkäfigen "gegönnt" wird. Hierzu nur ein paar Zahlen von der Universität für Bodenkultur, welche die Grausamkeit des "schweinischen Alltags" in Österreich belegen (Prof. S.Konrad, 1995):

- 86 % der Sauen befinden sich in Einzelhaltung, davon 2/3 permanent angekettet und 1/3 im Kastenstand,

- 70 % befinden sich auch noch beim Abferkeln in der "Eisernen Jungfrau".

Das triste Leben der Zuchtsauen im kurzen Umriß: Knappe vier Monate dauert die Trächtigkeit, die sie großteils in Einzelhaft in ihrem Metallkäfig ("Kastenstand") absitzen müssen; dieser hat in der Regel Ausmaße von 65x190 cm, also etwa die Größe des Tieres selbst. Danach werden sie in die Abferkelbucht getrieben und kommen dann in einen neuen Käfig, auch "Ferkelschutzgitter" - besser "Eiserne Jungfrau" - genannt. Weder hier noch dort ist Platz zum Umdrehen, zumeist auch kein Stroh und schon gar nicht die Möglichkeit, ein Nest zu bauen, wie ihrem natürlichen Verhalten entsprechen würde. Denn die "arme Sau" steht auf Betonspalten- oder Lochblechböden, und darauf werden auch die Ferkel geboren, welch "romantischer" erster Eindruck vom Leben...

Oft werden die Muttertiere durch diese legalisierten Quälereien so aggressiv, daß sie ihre eigenen Jungen auffressen. Aus diesem Grund gibt man ihnen Psychopharmaka und versucht, damit alles wieder ins Lot zu bringen.

In den meisten Bundesländern ist die Anbinde- und Einzelhaltung zwar verboten, doch den Gummiparagraphen mangelt es an entsprechender Kontrolle, bzw. bedeuten die wenigen Tage der Zuchtschweine im Deckzentrum den Bürokraten bereits keine "dauernde Anbindehaltung" ... Eine Farce!

14. Juli - Tag des Schweines (und der Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit !)

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