Internationaler Weltbevölkerungstag 11. Juli 2000. - GRAFIK (web)

Seit 1960 ist die Wachstumsrate der Weltbevölkerung zwar auf 1,24% gesunken, aber bei einer Bevölkerung von über 6 Milliarden bedeutet das noch immer einen jährlichen Zuwachs von rund 77 Millionen, das sind 211.000 pro Tag oder 147 Menschen pro Minute.

Wien (OTS) - Die größte Jugendgeneration wird Eltern

Die bislang größte Jugendgeneration tritt heute ins Erwachsenenalter, von ihren Entscheidungen wird die zukünftige Entwicklung der Weltbevölkerung abhängen. Heute leben in den weniger entwickelten Regionen der Erde zwei Milliarden Menschen, die jünger als 20 Jahre alt sind. Ob die Weltbevölkerung die siebente Milliarde in 13 Jahren ? wie von den Vereinten Nationen voraus geschätzt ? oder schon viel früher erreicht, wird im wesentlichen davon abhängen, für wie viele Kinder sich die heutige Jugend in den nächsten Jahren entscheidet. (vgl. Grafik Langfristige Bevölkerungsprognosen der UNO:
Die UN-Bevölkerungsabteilung veröffentlichte 1998 Schätzungen für das Weltbevölkerungswachstum bis zum Jahr 2050. Diese Bevölkerungsprojektionen zeigen drei Varianten des Wachstums, wenn man einen raschen, einen mittleren und einen langsamen Rückgang der durchschnittlichen Kinderzahlen annimmt.) Das Alter, in dem junge Frauen ihr erstes Kind bekommen, beeinflusst die Zahl ihrer Kinder und wirkt sich indirekt auch auf die Geschwindigkeit des Bevölkerungswachstums aus. Kommt das erste Kind erst zur Welt, wenn die Mutter über 20 Jahre alt ist, vergrößert sich der Abstand zwischen den Generationen und die Bevölkerung wächst langsamer.

Das Recht auf selbstbestimmte Elternschaft ist Menschenrecht

"Die informierte und verantwortungsbewusste Entscheidung über die Zahl der eigenen Kinder und den Zeitpunkt der Geburten ist ein grundlegendes und heute allgemein anerkanntes Menschenrecht!" meint Ulrike Plichta, Geschäftsführerin der Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und Internationale Zusammenarbeit (SWI) in Wien. "In vielen Entwicklungsländern haben Frauen aber nach wie vor nicht die Möglichkeit, frei über Zahl und Zeitpunkt ihrer Schwangerschaften zu entscheiden." Die Durchsetzung des Menschenrechts auf selbstbestimmte Elternschaft ist an eine Reihe von Voraussetzungen gebunden: Die potenziellen Eltern benötigen ausreichende Information und die Mittel zur Realisierung ihrer Vorstellungen. Dazu gehören sowohl der Zugang zu Familienplanung wie auch Maßnahmen zur reproduktiven Gesundheit.

Männer dürfen sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen "Das heisst aber auch, dass junge Männer nicht länger aus ihrer Verantwortung entlassen werden dürfen, sondern vielmehr verstärkt in bestehende Familienplanungsprogramme mit einbezogen werden müssen," so Plichta. "Junge Frauen können sich oft nicht aussuchen, ob sie sexuelle Beziehungen haben wollen, wann oder wen sie heiraten und ob sie verhüten. In vielen Ländern müssen Frauen mehr Kinder bekommen, als sie möchten, weil genug Söhne unter den Kindern sein sollen. Viele Ehemänner wollen nicht, daß ihre Frauen Verhütungsmittel anwenden. Sie betrachten es nach wie vor ausschließlich als ihr Recht, über die Zahl der Kinder alleine zu bestimmen." Wo immer Frauen unterdrückt werden, ist und bleibt die Geburtenrate hoch. Sobald Frauen autonomer sind, sinken die Geburtenraten. "Über drei Milliarden Mädchen und Frauen auf dieser Welt sind weder demographisch noch menschlich gesehen ein zu vernachlässigender Faktor. Sie führen uns die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs vor Augen", meint Ulrike Plichta.

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