Fachkräftemangel ist hausgemacht: Arbeiterkammer fordert mehr Ausbildung statt Import von Arbeitskräften aus dem Osten

Linz (AKO) Landesrat Josef Fill und die Wirtschaftskammer wollen den herrschenden Mangel an Fachkräften mit zusätzlichen Arbeitskräften aus Tschechien abdecken. "Das ist eine Provokation für alle Lehrstellensuchenden und ausbildungswilligen Arbeitnehmer in diesem Land", sagt dazu Arbeiterkammer-Präsident Hubert Wipplinger. Die Wirtschaft sei an der Misere nämlich selbst schuld.

Wovor die Arbeiterkammer jahrelang gewarnt habe, sei jetzt eingetreten, kritisiert Wipplinger: Der herrschende Fachkräftemangel behindert die wirtschaftliche Entwicklung in Oberösterreich massiv. Doch der Mangel ist hausgemacht. Die Betriebe haben viel zu wenig Lehrlinge ausgebildet, und es gab zuwenig Geld für die Weiterbildung von Arbeitslosen und Beschäftigten. Zudem hat die naive Sparpolitik im Bildungswesen dazu geführt, dass jährlich Hunderte Jugendliche von Höheren Technischen Lehranstalten und Fachhochschulen abgewiesen werden mussten.

Für die Arbeiterkammer ist daher klar: Zuerst müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die eigenen Arbeitkräfte zu qualifizieren. Damit unser Land konkurrenzfähig bleibt, muss die Wirtschaft wieder massiv in die Lehrausbildung der Jugendlichen investieren. Notwendig ist auch, dass vom Bund eine Strukturmilliarde für die Weiterbildung von Beschäftigten und Arbeitslosen zur Verfügung gestellt wird. Diese kurzfristig wirksame Maßnahme würde sich durch neue Beschäftigte auch rasch rechnen.

AK-Präsident Wipplinger: "Viele Unternehmen haben sich ihrer Ausbildungs-Verantwortung entzogen und die Kosten auf die Allgemeinheit abgewälzt. Auch die Wirtschaftskammer hat das Lehrstellenproblem immer verharmlost. Der Fachkräftemangel war vorhersehbar!"

Das vorgeschlagene Gegenrezept sei, so Wipplinger, ebenso simpel wie unmoralisch: "Fachkräfte aus Tschechien abzuwerben, die dort dringend gebraucht werden und für deren Ausbildung andere bezahlt haben - das ist echte Nachbarschaftshilfe! Und ein bisschen Lohndumping wär’ vielleicht auch noch erwünscht, sonst könnte man ja auch Leute aus anderen EU-Staaten holen."

Dem Land Oberösterreich schlägt die Arbeiterkammer vor, den begonnenen Weg "Brain card statt green card" (Ausbildung statt neue Arbeitskräfte hereinzuholen) fortzusetzen und gemeinsam mit den Sozialpartnern ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Aufqualifizierung von Arbeitskräften zu erstellen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
www.ak-ooe.at

Arbeiterkammer Oberösterreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO/AKO