Pressekonferenz Universitäre Forschung: Forschungspolitische Anliegen, Trends und Erfolgsprojekte

am

Mittwoch, den 12. Juli 2000, 9:30 Uhr
Senatssitzungssaal der Universität Wien

Dr. Karl Lueger-Ring 1, 1010 Wien =

Wien (OTS) - Universitäre Forschung:
Forschungspolitische Anliegen,
Trends und Erfolgsprojekte

Die künftige Wettbewerbsfähigkeit Österreichs hängt in besonderer Weise von universitärer Forschung und Lehre ab. Zwar hat sich die universitäre Forschung in Österreich weiter ausdifferenziert, hat international aufgeholt, zeigt aber noch zu wenig Profil. Die Bereiche mit international beachteter Forschung müssten zunehmen. Internationale Exzellenz ist das beste und verlässlichste Auswahlkriterium für gute Forschung. Zu beachten sind auch Modelle der Co-Finanzierung aus privaten und öffentlichen Mitteln (z.B. Konpetenzzentren - K Plus). Dadurch entsteht eine größere Hebelwirkung der staatlichen Finanzierung der universitären Forschung.

Eines jener international anerkannten Projekte ist das am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) angesiedelte "Competence Center for Biomolecular Therapeutics". Ausgehend von bestehenden Industriekooperationen und einem Spezialforschungsbereich des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) arbeiten Teams um Univ.Prof.Dr. Bernd Binder (Institut für Gefäßbiologie und Thromboseforschung, Universität Wien), Univ.Prof.Dr. Walter Knapp (Institut für Immunologie, Universität Wien), Univ.Prof.Dr. Georg Stingl (Universitätsklinik für Dermatologie, Universität Wien) und Univ.Prof.Dr. Uwe B. Sleytr (Zentrum für Ultrastrukturforschung, Universität für Bodenkultur) zusammen.

Forschungspolitische Anliegen

Die universitäre Forschung macht zwar knapp ein Drittel der gesamten Forschung&Entwicklung(F&E)-Aufwendungen Österreichs aus. Von ihr stammen 80 bis 90 Prozent der Leistungen im Bereich der Grundlagenforschung. In anderen Ländern ist der Anteil der universitären Forschung an der Grundlagenforschung deutlich niedriger: In der Schweiz beispielsweise beträgt er 70 Prozent, in Deutschland 60 Prozent, in den USA 55 Prozent. In einer Gesellschaft, in der die Verwissenschaftlichung der Forschung und damit die Bedeutung der Grundlagenforschung zunimmt, spielt daher die universitäre Forschung eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung. Nicht zufällig fordert daher der Spitzenverband der Schweizer Wirtschaft (Neue Zürcher Zeitung, 7.7.2000, S. 9) unter Hinweis auf die "Neue Ökonomie" eine Stärkung der (staatlichen) Grundlagenforschung. Strukturreformen der Universitäten, wie sie in der vergangenen Woche vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (bm:bwk) formuliert wurden, sollten nicht einseitig nur Aspekte der universitären Lehre beinhalten. Universitäten sind nicht nur Lehranstalten! Wichtig ist die Frage, ob durch Reformen die universitäre Forschungsleistung gesteigert oder geschmälert wird. Die universitäre Lehre, vor allem im zweiten Abschnitt des Diplomstudiums sowie im Doktoratsstudium, ist eine forschungsgeleitete Lehre. Studierende müssen in ihrem Fach mit den neuesten Forschungsmethoden und -inhalten vertraut gemacht werden, wollen sie auf den Arbeitsmärkten der Zukunft bestehen. Die wachsende Technisierung der Forschung und Informatisierung des Wissens verlangen eine Geräteausstattung der Universitäten, die nicht durch massive Investitionsstopps beeinträchtigt werden dürfen. Neuberufungen von erfolgreichen ForscherInnen werden ansonsten schwierig, die Fortsetzung bestehender Forschungsprogramme kaum durchführbar (siehe das Beispiel Quantenoptik der Universität Innsbruck). Auch die Beschäftigungseffekte der universitären Forschung sind von wirtschaftspolitischer Bedeutung. Zusätzlich zu den Forschungsaktivitäten der Universitätsangehörigen sind über den sogenannten Drittmittelbereich oder über (wirtschaftsnahe) Projektforschung der UniversitätsleherInnen (z.B. FWF-Projekte, Auftragsforschung) rund 6.000 bis 10.000 meist junge AbsolventInnen (rund 5.000 Beschäftigte im Vollzeitäquivalent) im Umfeld der Universitäten tätig. Diese Aktivitäten bringen über Produkt- und Prozessinnovationen einen Wachstumsschub für die Wirtschaft. Universitäre Forschung ist essentiell für das Innovationssystem in Österreich.

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