"Neues Volksblatt" Kommentar: "Zum Trotz" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 11. Juli 2000

Linz (OTS) - Es hätte überrascht, wäre es anders gekommen: Die Oppositionsparteien werden kommenden Freitag nicht am so ge- nannten Budgetreformgipfel teilnehmen. Die Argumentation Gusenbauers und Van der Bellens, man wolle nicht "den Showzwecken der Bundesre- gierung" Vorschub leisten, ist vordergründig.

Im Hintergrund spielen vielmehr jene Erfahrungen eine Rolle, welche die SPÖ nach den Regierungsverhandlungen gemacht hat. Bis heute muss sie sich nämlich anhören, dass der Großteil jener Maßnahmen, die von der ÖVP-FPÖ-Regierung gesetzt werden, auch Inhalt des vorgesehenen Abkommens zwischen ÖVP und SPÖ gewesen ist. Dass es SPÖ und Grüne deshalb ablehnen, an einem Budget-Sanierungsprogramm mitzuwirken, das einiges an politischem Sprengstoff in sich bergen dürfte, ist nicht verwunderlich.

Dennoch kann der Verweigerungskurs von SPÖ und Grünen letztlich ins eigene Auge gehen. Die Bevölkerung vermag nämlich sehr genau zwischen konstruktiver und fundamentaler Opposition zu unterscheiden. Der Absturz der SPÖ, der in erster Linie auf den unklugen Umgang Gusenbauers mit den EU-Sanktionen zurückzuführen ist, sollte der Opposition zu denken geben: Trotzhaltungen allein werden nur selten honoriert.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782att Linz

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVL/OTS