SYLVIE saniert Lärm mit Bevölkerung des 5. und 12. Bezirks

Svihalek präsentiert Projekt der MA 22 mit Bezirksvorstehern

Wien (OTS) An einem ungewöhnlichen Ort hielt Wiens Umweltstadtrat Fritz Svihalek mit den Bezirksvorstehern des
fünften und zwölften Bezirks, Ing. Kurt Wimmer und Herbert Hezucky, am Montag eine Pressekonferenz ab: auf einem idyllisch anzusehenden Grünstreifen zwischen Margareten- und Gaudenzdorfergürtel mit Heurigentischen und -bänken für die Medienvertreter, weniger idyllisch wegen der Lautstärke des vorbeibrandenden Verkehrs. Dies war Absicht, da das im Rahmen des LIFE-Umweltprogrammes der Europäischen Union entwickelte Lärmsanierungsverfahren SYLVIE (SYstematische Lärmsanierung in innerstädtischen WohnVIErteln) der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Mit diesem auf drei Jahre und möglichst breiter Beteiligung der Bevölkerung angelegten Projekt werden nicht nur der Verkehrslärm, sondern auch die Palette der anderen möglichen Lärmursachen in der Stadt bearbeitet, wie Gewerbelärm inkl. Gaststättenlärm, Freizeitlärm (z.B. Park- und Sportanlagen), Nachbarschaftslärm etc. Stadtrat Svihalek: "Erstmals werden europaweit in einem Projekt alle Lärmarten behandelt. Damit sollen möglichst viele Menschen, sowohl Lärmverursacher wie Lärmbelästigte, in einem bestimmten Gebiet angesprochen und - was das Wichtigste ist - motiviert werden, aktiv an diesem Lärmsanierungsverfahren teilzunehmen." Als Lärmsanierungsgebiet wurden Teile des fünften und zwölften Bezirks innerhalb der Straßenzüge Wiental - Meidlinger Hauptstraße - Eichenstraße -Margaretengürtel - Reinprechtsdorferstraße ausgewählt. Die Projektleitung hat das Lärmreferat der Umweltschutzabteilung der Stadt Wien (MA 22), das Projektteam besteht aus dem Büro Dr. Max Herry, dem Büro PlanSinn, Rosinak & Partner und dem Büro Dr. Sepp Snizek. Die Bevölkerung kann sich über zwei Wege Informationen holen: über das SYLVIE-Infotelefon 4000/88300 und über eine Internet-Adresse www.sylvie.at/.****

Lärm ist ein städtisches Umweltproblem

Lärm geht alle an - besonders Menschen in der Stadt. Alle nehmen am Lärm der Stadt teil - als Lärmverursacher und als Lärmbelästigte. In den dichtbebauten Gebieten der europäischen Städte liegt die Lärmbelastung zumeist über den anzustrebenden Grenz- und Richtwerten; die von der Bevölkerung empfundene subjektive Lärmbelästigung steigt. Lärmminderung ist deshalb eine wesentliche Aufgabe kommunaler Umweltpolitik. Im Gegensatz zu anderen umweltpolitischen Sektoren wurden aber bisher bei der Lärmminderung noch kaum Erfolge realisiert. Expertengutachten und konventionelle Planungen zur Lärmsanierung haben in der Regel zu wenig bewirkt. Konventionelle, rein technische Lärmsanierung scheiterte bisher in der Regel an den besonderen Eigenschaften von Lärm - Lärm ist nicht objektiv.

SYLVIE geht neue Wege

Mit dem bis Ende 2002 laufenden Projekt SYLVIE schlägt die Umweltschutzabteilung der Stadt Wien einen neuen Weg auf dem
Gebiet der Lärmsanierung ein. Das Team von SYLVIE setzt auf neue Methoden der Lärmsanierung in Form eines "kooperativen Lärmsanierungsverfahrens", das bedeutet Beteiligung und
Kooperation aller Lärmakteure - Lärmverursacher und Lärmbelästigte. Dadurch werden auch die Grundsätze der "Lokalen Agenda 21" berücksichtigt: nämlich die einer nachhaltigen Stadtentwicklung, mit der die Verknüpfung von Ökologie, Soziales und Wirtschaft gemeinsam mit den Betroffenen in konkreten
regionalen Projekten erarbeitet wird. Ziel des Lärmsanierungsverfahrens SYLVIE ist nicht nur die Reduktion der objektiv messbaren Lärmbelastung, sondern auch die Verminderung
der subjektiv empfundenen Lärmbelästigung. Um dies zu erreichen, vermittelt SYLVIE zwischen der Bevölkerung, den ExpertInnen, PolitikerInnen und der Verwaltung, um gemeinsame Sicht- und Handlungsweisen zu erarbeiten und konkrete Sanierungsprojekte entwickeln zu können.

SYLVIE besteht aus mehreren methodischen Bausteinen

o Im Lärmsanierungsgebiet wird eine umfassende Lärmanalyse

durchgeführt.
o Beim "kooperativen Lärmsanierungsverfahren" werden die

Handlungsspielräume der Akteure ausgelotet, in einem kommunikativen Prozess werden nach dem Konsensprinzip Sanierungskonzepte erarbeitet. Das kooperative Verfahren schafft ein Forum, in dem Konflikte zwischen jenen, die Lärm verursachen und jenen, die sich von Lärm belästigt fühlen, ausgehandelt werden können. Dabei kann es um Verkehrslärm oder Nachbarschaftslärm gehen, um Lärm von Betrieben, Gewerbelärm inkl. Gaststätten, Freizeitlärm (z.B. Park- und Sportanlagen) oder um Lärm im öffentlichen Raum.
o Während des Verfahrens werden daraus entstandene Pilotprojekte

zur Lärmminderung im Sanierungsgebiet eingeleitet.
o Begleitend dazu gibt es ein Online-Informationssystem als

Kommunikations- Drehscheibe für Bevölkerung und Verwaltung, das analog zum Fortschritt des Projektes weiter ausgebaut wird:
www.sylvie.at/. Als zweites Informationsmittel wurde das SYLVIE
- Infotelefon unter der Nummer 4000-88300 eingerichtet.

SYLVIE wird in Margareten und Meidling realisiert

Das Lärmsanierungsgebiet von SYLVIE erstreckt sich über einen Teil des fünften und des zwölften Wiener Gemeindebezirkes. Es liegt innerhalb der Straßenzüge Wiental - Meidlinger Hauptstraße -Eichenstraße - Margaretengürtel - Reinprechtsdorfer Straße. Straßenbefragungen und ExpertInnen-Interviews sind bereits im Gange. In dadurch erarbeiteten Lärmbereichen werden Lärmmessungen durchgeführt. Ziel der Analysephase ist eine "ganzheitliche" Erfassung der Lärmsituation im Lärmsanierungsgebiet als Voraussetzung für das "kooperative Lärmsanierungsverfahren".

Ein Fest für SYLVIE

Am 15. September wird im Sanierungsgebiet ein "Ein Fest für SYLVIE" organisiert, das sich an Lärmbelästigte und Lärmverursacher gleichermaßen richtet. Alle BewohnerInnen des Gebietes werden eingeladen, ihre lokale Lärmsituation zu diskutieren oder sich auch einfach nur darüber zu informieren. Ein auf das Thema abgestimmtes Programm (Installationen, Kleinausstellung, Performance) soll den Einstieg erleichtern und
zur regen Beteiligung am "kooperativen Lärmsanierungsverfahren" animieren. (Schluss) ma

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