"profil": Kritik an Entschädigung für NS-Zwangsarbeiter

ÖVP-nahe Wirtschaftstreibende kritisieren Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, regt sich in ÖVP-nahen Wirtschaftskreisen heftige Kritik an dem vom Parlament vergangenen Freitag eingerichteten Fonds zur Entschädigung von NS-Zwangsabreitern, der mit sechs Milliarden Schilling dotiert sein soll.
Johannes Asamer, Schotterkaiser aus Oberösterreich meint zu den geplanten Zahlungen: "Die Entschädigungen sind eine absolute Ungerechtigkeit. Hitler hat 20 Millionen Leute umgebracht, Stalin 100 Millionen. Von Russland verlangt aber keiner was. Ausserdem:
Die, die wirklich Zwangsarbeit gemacht haben, die leben eh nicht mehr." Und weiter: "Die Juden treibenÕs noch soweit, bis sie wieder eine am Deckel kriegen." Warum Österreich dennoch Entschädigungen leistet, erklärt sich Asamer gegenüber "profil" so: "Die sechs Milliarden müssen gezahlt werden, weil Amerika Druck ausübt. Das ist reine Erpressung." An der Dotierung des Fonds will er sich nicht beteiligen. Asamer: "Ich zahle sicher nichts."
Auch der Aufsichtsratsvorsitzende und Großaktionär der börsenotierten Mayr-Melnhof Karton AG, Carl Anton Goess-Saurau argumentiert ähnlich wie Asamer. Der steirische Adelige lehnt Ansprüche ehemaliger Zwangsarbeiter ebenfalls prinzipiell ab: "Ich war selbst in russischer Gefangenschaft, aber auf die Idee, dafür heute etwas zu verlangen, wäre ich nicht gekommen. Es war eben Krieg. Und deshalb kann es heute keine Forderungen mehr geben." Auch Goess-Saurau führt das Einlenken der Regierung auf "Druck von außen" zurück.
Aus der FPÖ kommt unterdessen die Überlegung, auch zur Frage der Entschädigung von Zwangsarbeitern eine Volksbefragung durchzuführen. Jörg Haiders Kulturberater Andreas Mölzer: "Das wäre eine interessante Frage, denn moralisch sind wir sicher zu nichts verpflichtet. Nur realpolitisch wird's das nicht spielen, da muss eben gezahlt werden."

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