Elektroindustrie drängt auf branchenspezifische Lösungen beim KV

FEEI will mit den Gewerkschaften in den nächsten Wochen über Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen verhandeln

Wien (PWK591) - Die Elektro- und Elektronikindustrie drängt angesichts des dynamischen Strukturwandels auf branchenspezifische Lösungen bei den Lohnverhandlungen. Der enorme Preisverfall der vergangenen Jahre und der daraus folgende Kostendruck zwinge die Branche regelrecht dazu, flexible und leistungsorientierte Systeme für die Umgestaltung der Arbeitswelt zu fordern, sagte Albert Hochleitner, Vorsteher des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) bei einer Pressekonferenz seines Verbandes.

Bisherige Bemühungen des FEEI, durch Veränderungen des kollektivvertraglichen Procedere Lösungen für die Branche zu finden, konnten nicht verwirklicht werden. "Wir stehen überall an, wenn in der gesamten KV-Gemeinschaft verhandelt wird. Deshalb werden wir jene Themen, die uns wichtig sind, ab sofort direkt mit den Gewerkschaften verhandeln", kündigte Hochleitner an.

Laut Georg Kapsch, Vorsteher-Stellvertreter und Vorsitzender des Arbeitgeberausschuss im FEEI, sind nicht die Prozentsätze der Lohnerhöhung, sondern die Anpassung der Rahmenbedingungen das zentrale Thema der Verhandlungen in den kommenden Wochen. Konkret gehe es um eine Neugestaltung des Entlohnungssystems, eine flexiblere Nutzung der Verteiloption, neue Leitlinien bei der Aus- und Weiterbildung sowie die stärkere Berücksichtigung der industriellen Dienstleistungen.

"Es geht nicht darum, jemandem etwas wegzunehmen. Zum Beispiel bemühen wir uns, gerade die Arbeitskräfte älterer Mitarbeiter durch Qualifizierungsmaßnahmen zu erhalten und zu fördern. Die Devise muss lauten: Weg vom Gießkannenprinzip. Deshalb die massive Forderung nach individuellen, differenzierten Abschlüssen, die ganz gezielte Reaktionen auf die Gegebenheiten des Marktes erlauben. Denn in keiner anderen Branche weht einem der Wind der wirtschaftlichen Veränderungen und des Wettbewerbs so heftig entgegen wie in der Elektro- und Elektronikindustrie", sagte Hochleitner. Als Ziel bis zum Herbst nannte der Fachverbandsvorsteher einen gemeinsamen Zeit-und Themenplan, der mit den Gewerkschaften abgestimmt ist. "Bei einem vernünftigen Ergebnis kann ich mir auch vorstellen, dass wir im Herbst wieder bei den Lohnverhandlungen dabei sind", so Hochleitner.

Der FEEI hatte im Dezember vergangenen Jahres beschlossen, aus der KV-Gemeinschaft auszuscheren und selbständig mit den Sozialpartnern zu verhandeln. Aufgrund eines attraktiven Verhandlungsangebots der Gewerkschaften wurde dieser Beschluss im April d.J. bis auf weiteres ausgesetzt.

Hochleitner wies darauf hin, dass sich der FEEI mit seinem Mix aus Sparten, freiwilligen Verbänden und internationalen Kooperationen heute als schlanke und schlagkräftige Interessenvertretung präsentiere, die allen Mitgliedern Service und Beratung prompt und unbürokratisch zur Verfügung stellt. Mit der Senkung der Mitgliedsbeiträge um ein Viertel seit 1997 hätte der FEEI bereits einen wichtigen Beitrag geleistet, um die heimischen Unternehmen bei ihren Aufwendungen für ihre Interessenvertretung nachhaltig zu entlasten. Mit der neuen Verbandsstrategie "FEEI 2005+", so Fachverbands-Geschäftsführer Heinz Raschka, wurden die Voraussetzungen geschaffen, im Interessenvertretungsbereich sehr genau die Bedürfnisse der verschiedenen Branchen und Sparten zu erkennen und zu befriedigen. Kernthemen der Verbandsarbeit sind die Bereiche "Arbeitswelt der EEI", "Informationsgesellschaft", "Forschung & Entwicklung" sowie "End-of-Life-Product-Management". (MH)

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