Wege aus der Geisterfahrer-Misere

Jeder zweite Geisterfahrer ist alkoholisiert - jeder dritte orientierungslos - richtiges Fahrverhalten und verbesserte Verkehrsführung (einheitliche Beschilderung und eindeutige Bodenmarkierung) bannen Geisterfahrer und unterstützen Richtigfahrer

Wien (OTS) - Laut aktueller Ö3-Statistik wurden noch nie so viele Geisterfahrerwarnmeldungen in den Äther geschickt wie heuer. Wie können Geisterfahrer gestoppt werden? "Es gibt nicht nur eine einzelne Maßnahme gegen Geisterfahrer sondern einen vielschichtigen Ansatz: Maßnahmen, die beim Fahrverhalten und bei der Verkehrsführung ansetzen, müssen angewandt werden," sagt KfV-Direktor Dr. Othmar Thann und verweist auf die Ergebnisse der KfV-Studie, wonach jed= er zweite Geisterfahrer sich alkoholisiert verfährt.

Phantom Geisterfahrer - die Ergebnisse im Detail

Hauptproblem Alkohol: Geisterfahrer sind zu 85% männlich und Inländer, jeder zweite ist unter 40 und alkoholisiert, etwa 39% verfahren sich an ihnen bekannten Abzweigungen. Alkohol am Steuer ist ein Problem der jungen männlichen Lenker: Ihre Informationsverarbeitung verlangsamt sich, Schilder und Warntafeln werden zu spät wahrgenommen, sie neigen dazu, schneller zu fahren und weisen eine erhöhte Risikobereitschaft auf, auch wenn das heißt mit vollem Karacho in die verkehrte Richtung. Kein Wunder, daß sich fast die Hälfte der Geisterfahrerunfälle in den Nachtstunden (zwischen 19 Uhr und 7 Uhr morgens) ereignen.

Was tun mit Alkohol-Geistern? Durch gezielte Kontrollen, verschärfte Sanktionen und öffentlichkeitswirksame Kampagnen muß das Problem Alkohol am Steuer laufend thematisiert werden, um Schritt für Schritt eine Veränderung bei den Fahrern zu bewirken.

Orientierungsverlust: Etwa jeder dritte Geisterfahrer ist überfordert. Er verliert die Orientierung bei Abfahrten, die dem Gefühl nach in die Gegenrichtung führen, oder weil er selten auf der Autobahn fährt. Die Studie ergab, daß sich die Orientierungsprobleme durch alle Altersgruppen ziehen. Auch ungünstige Witterungsverhältnisse, schlechte Beschilderung oder eine beeinträchtigte Fahrleistung - weil der Fahrer übermüdet, verärgert oder im Streß ist, können einen zum Geisterfahrer werden lassen.

Hilfe für Orientierungslose - mit einer einheitlichen und eindeutigen Beschilderung, Wegweisung und Bodenmarkierung kann Abhilfe geschaffen werden. Eine Arbeitsgruppe, die die Richtlinien und Vorschriften für den Straßenbau revidieren soll, wurde bereits initiiert.

KAMIKAZE-DRIVER: Etwa jeder fünfte Geisterfahrer fährt bewußt bzw. absichtlich falsch auf. Die viel zitierten Selbstmörder machen den geringsten Anteil aus, als Gründe für das unerlaubte Wenden wurden auch vergessene Rege= nschirme oder verlorene Scheibenwischer angegeben.

Was ist zu tun? Jeder Geisterfahrer, ob alkoholisiert oder nicht sollte an einer verpflichtenden medizinischen und verkehrspsychologischen Untersuchung teilnehmen. Derart riskantes Fehlverhalten sollte zu einem verlängerten Führerschein-Entzug als bisher führen.

Der Anteil der Geisterfahrerunfälle am Gesamtunfallgeschehen auf Autobahnen ist mit 0,4% zwar verschwindend gering, aber die Emotionen rund um das Thema Geisterfahrer spiegeln die Angst der Autofahrer, einem Geisterfahrer zu begegnen oder gar selbst einer zu werden, wider. Zu Recht: Jeder zweite Geisterfahrerunfall führt zu einer Frontalkollision, aufgrund der hohen Aufprallgeschwindigkeit ist das Risiko dabei getötet oder schwer verletzt zu werden sehr hoch. Insgesamt ereigneten sich von 1987 bis 1999 sich in Österreich 155 Geisterfahrerunfälle mit Personenschaden, dabei wurden 74 Menschen getötet, 177 schwer und 132 Personen leicht verletzt.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit / Presse
Mag. Petra Rathmanner
Tel.: (01) 71 770-225
Ölzeltgasse 3, 1031 Wien
e-mail: pr@kfv.or.at
Web: http://www.kfv.or.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KFV/OTS