LHStv. Bauer: Länderkonferenz im September zum Thema "Kampfhunde" in Niederösterreich

Bundespolitische Diskussion für Gesetzesvorhaben zu begrüssen -generelles Verbot von Kampfhunden bei wissenschaftlicher Befürwortung denkbar

St. Pölten, (SPI) - 1791 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher waren im vergangenen Jahr in unserem Bundesland Opfer von Bissverletzungen, bei 138 Personen waren dabei schwerste Kopfverletzungen zu beklagen, rund 50 besonders spektakuläre Fälle waren in den Medien nachzulesen. Die große Mehrheit der Fälle ist auf Bisse durch nicht entsprechend geführte bzw. beaufsichtige Hunde zurückzuführen, wobei bestimmte Arten - sogenannte "Kampfhunde" - ein immer größer werdendes Problem darstellen. "Der jüngste, besonders tragische Fall in Deutschland, wo ein Sechsjähriger von Kampfhunden totgebissen wurde, zeigt einmal mehr die Notwendigkeit von Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Deshalb habe ich im vergangenen März die Einsetzung einer Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in Niederösterreich initiiert. Die Arbeiten sind aufgenommen, mit Ergebnissen ist im Herbst dieses Jahres zu rechnen", so NÖ LHStv. Dr. Hannes Bauer angesichts des aktuellen Falls in Deutschland und der Diskussion auf Bundesebene zur Verschärfung der Haltungsbestimmungen von sogenannten "Kampfhunden".****

Zweck der Arbeitsgruppe soll es sein, einen Weg zu finden, einerseits ein Procedere für eine Verbesserung des Schutzes der Bevölkerung zu erarbeiten, andererseits jedoch auch den Behörden mehr Möglichkeiten des Eingreifens zu geben. Auch die Vorschreibungen betreffend der Haltung und der Unterbringung sollen durchleuchtet werden. "Für mich ist die in den letzten Wochen aufgekommene bundespolitische Diskussion für ein Gesetzesvorhaben sehr zu begrüßen. Die Sozialdemokraten haben entsprechende Gesetzesvorschläge unterbreitet, auch die ÖVP bekennt sich zur Verschärfung der Bestimmungen. Sollten hier auf Bundesebene früher Maßnahmen gesetzt werden, die einen wirkungsvollen Schutz garantieren, so werden wir im Einklang mit dem Bund diese Bestimmungen raschest umsetzen. Für die Länder beabsichtige ich jedenfalls, im September zu einer Länderkonferenz zum Thema Kampfhunde nach Niederösterreich einzuladen. Ziel soll es sein, einheitliche Bestimmungen auf Bundes- und Länderebene zu erarbeiten, um ein ‚Ausweichen‘ von Züchtern und Tierhalter über Ländergrenzen hintanhalten zu können", kündigt Bauer eine weitere Initiative an.

"Bei aller Tierliebe muss immer die Sicherheit der Bevölkerung im Vordergrund stehen. Immer mehr Menschen fühlen sich von gefährlichen Tieren bedroht, ja teilweise muss man von berechtigter Angst sprechen. Die derzeitige Gesetzeslage ist leider unbefriedigend. Auf Ebene des Landes und der Bezirksverwaltungsbehörden können wir nur aus "tierschutzrelevanten" Tatbeständen eingreifen. Was aber den Schutz des Menschen anbelangt, gibt es kaum eine Handhabe. Die Untersagung der Haltung von gefährlichen Tieren aus der Sicht der Sicherheit der Bevölkerung ist derzeit praktisch nicht möglich, niemand hat eine Handhabe gegen das Halten von gefährlichen Tieren sowie gegen die Tierhalter selbst. Hunde gelten an sich nicht als gefährlich, ja in den meisten Fällen sind die Angriffe auf nicht entsprechende Haltung (unbeaufsichtigter Freilauf) bzw. Mängel und Selbstüberschätzung des Halters selbst zurückzuführen", so LHStv. Dr. Hannes Bauer.

"Generelle Verbote von Hunderassen bzw. deren Züchtung sind, wenn dies wissenschaftliche Untersuchungen untermauern, für mich vorstellbar. Die Auswirkungen und die Rahmenbedingungen sind aber genauestens untersuchen. Wie sieht es beispielsweise mit der Problematik aus, dass diese Hunde bei einem reinen Zuchtverbot in Österreich aus dem Ausland importiert werden könnten, wo die Kontrolle der Züchtung - Herauszüchtung der Aggressivität der Hunde -viel schwieriger, ja meist sogar unmöglich ist. Einzufordern ist aber ganz besonders die Mitarbeit und das Verständnis der Hundehalter selbst. Sie haben eine große Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit. Bei Einhaltung der Beißkorb- und der Leinenpflicht wären sehr viele Unfälle nicht passiert, viel menschliches Leid hätte vermieden werden können. Bestimmte Rassen benötigen eben mehr verantwortungsbewussten Umgang als andere. Letztlich ist nicht das Tier, sondern der Tieralter im Rahmen der Haltung und Abrichtung des Tieres für dessen Handlungen verantwortlich", so LHStv. Dr. Bauer abschließend.
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