Weltbank: Ostasiens Wirtschaft erholt sich auf solider Basis

Richard Newfarmer stellt in Wien neue Weltbank-Studie "East Asia: Recovery und Beyond" vor

Wien (PWK584) - Richard Newfarmer, Leiter des "Poverty Reduction
and Economic Management" der Ostasienabteilung der Weltbank, präsentierte am Donnerstag, dem 6. Juli, bei einem Vortrag für Unternehmer in der Wirtschafskammer Österreich die neueste Weltbank-Studie zur Wirtschaftslage Ostasiens. Unter dem Titel "East Asia: Recovery and Beyond" analysiert die Studie den wirtschaftlichen Erholungsprozess der ostasiatischen ehemaligen Krisenregion, beurteilt dessen Nachhaltigkeit und beschreibt die Herausforderungen, die es von den einzelnen Staaten noch zu bewältigen gilt.

Generell konstatierte Newfarmer, der die Studie leitete und ein profunder Kenner der Politik und der Projekte der Weltbank in Ostasien ist, dass Ostasiens Wirtschaftsaufschwung auf einer soliden Basis stattfindet. Ostasien ist binnen kurzer Zeit wieder zum am schnellsten wachsenden Wirtschaftsraum geworden. Bei der letzten Weltbankstudie "East Asia: The Road to Recovery" im September 1998 war die Wirtschaft noch sehr in Mitleidenschaft gezogen. Nach anfänglichem Krisen-Management wenden sich nun die einzelnen ostasiatischen Staaten bereits langfristigen Strategien und Lösungen zur Wirtschaftsentwicklung und Reduzierung der Armut zu, berichtete Newfarmer. Indonesien hinke zwar noch hinterher und Koreas Erholung gerate immer wieder ins Schwanken, aber die Bemühungen bewegten sich generell in die richtige Richtung.

In jedem Fall werde das Tempo und die Dauer des wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbaus davon abhängen, ob die Länder neue Institutionen schaffen können, die drei Herausforderungen meistern:
- Erstens, die Globalisierung; die Länder müssen den potentiellen volatilen Kapitalfluss managen und gleichzeitig in einer globalen auf Know-how basierenden Wirtschaft mithalten. Wichtigster Eckpfeiler ist dazu eine fundierte, moderne Erziehung der Jugend.
- Zweitens, die Wiederbelebung des Geschäfts; der Systemzusammenbruch schädigte die Banken- und Firmenlandschaft in Südostasien und Korea ernsthaft, in China und Vietnam sind die Staatsbetriebe in vermehrtem Maße dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Dies erfordert eine Neukapitalisierung und Umstrukturierung der Wirtschaft.
- Und die dritte Herausforderung liege darin, ein neues Sozialsystem zur Bekämpfung von Armut zu schaffen und öffentliche Verwaltung zu modernisieren, so das Ergebnis der Studie.

Die Regierungen und Bürger des gesamten ostasiatischen Raumes könnten stolz sein auf die rasche Erholung, denn es sei unter den schwierigsten Umständen gelungen eine neue Politik, neue Strategien zu entwickeln, die Wirtschaft wieder zu einem Wachstum zu verhelfen.

Auf der anderen Seite hat die Weltbank - in Kooperation mit den Staaten, dem Internationalen Währungsfonds, der Asiatischen Entwicklungsbank, etc. - die Bemühungen Ostasiens tatkräftig unterstützt. Newfarmer berichtete, dass die Weltbank in den zwei Jahren nach der Krise ihre Kreditvergabe gegenüber der Region auf mehr als 9 Mrd. US-Dollar pro Jahr verdoppelt hat. Auch wenn derart außergewöhnlich hohe Kreditrahmen bald reduziert würden, werde die Weltbank weiterhin eine enge Partnerschaft mit der Region pflegen. Denn in vielen Bereichen habe der harte Teil der Arbeit - Schaffung neuer Institutionen zur Erhöhung des Lebensstandards der nächsten Generation - für die ehemaligen Krisenstaaten erst begonnen. (Ne)

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