ARBÖ: Per und mit Autostopper unterwegs zu sein, hat viele Risken

Wien (ARBÖ) - Nach wie vor zählt Auto stoppen bei vielen
Menschen zu den beliebtesten und reizvollsten Varianten der Beförderung in der Urlaubszeit. Worauf Autostopper und Autofahrer dabei achten sollten, hat der ARBÖ recherchiert.

Grundsätzlich ist Auto stoppen in Österreich - wie in den meisten anderen europäischen Ländern - überall, außer auf Autobahnen und Schnellstraßen, erlaubt. Nicht jeder Autofahrer bleibt jedoch gerne stehen, wenn er einen Anhalter sieht. Verständlicherweise - wenn man mögliche rechtliche Konsequenzen kennt. Denn der Wink mit dem Daumen kann teuer zu stehen kommen. "Für beide Seiten", wie ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert zu Bedenken gibt.

ARBÖ-Tipps für Autostopper:
* Trampen sie möglichst nicht alleine.
* Stoppen sie nie an Engstellen, im Bereich von Fahrbahnkuppen, am Rand unübersichtlicher Kurven oder an Kreuzungen, dort können Fahrzeuge nicht anhalten.
* Fragen sie immer zuerst, wohin der Fahrer will, nennen sie
niemals zuerst das Ziel.
* Notieren sie sich die Kennzeichennummer des Fahrzeugs, in das
sie einsteigen.
* Legen sie ihr Gepäck nicht in den Kofferraum, wenn nicht unbedingt erforderlich.
* Wenn sie sich bei einem Viertürer auf den Rücksitz setzen, achten sie auf die Türöffnung ("Kindersicherung").
* Steigen sie nie zu mehreren Männern ins Auto.

ARBÖ-Tipps für Autolenker, die Autostopper mitnehmen:
* Bleiben sie nicht auf der Autobahn stehen, um einen Anhalter aufzunehmen, sie machen sich strafbar.
* Wenn sie zwecks Mitnahme eines Autostoppers abrupt abbremsen und es kommt dadurch zu einem Auffahrunfall, ist dies einer der
wenigen Fälle, in denen der Vorausfahrende auch die Alleinschuld
am Unfall tragen kann.
* Bleiben sie nur dann stehen, wenn das Anhalten ohne Gefahren für den Nachfolgeverkehr möglich ist.
* Bevor sie einen Autostopper mitnehmen, sollten sie dessen Personalien verlangen.
* Im Falle eines selbstverschuldeten Unfalls können sie zur Verantwortung gezogen zu werden.

"Wird der Autostopper verletzt, hat der Fahrer damit zu
rechnen, wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt zu werden", warnt die ARBÖ-Verkehrsjuristin. Was etwaige zivilrechtliche Schadenersatzforderungen betrifft, kann der Autofahrer vom Autostopper eine schriftliche Erklärung verlangen, in der dieser auf alle, über die gesetzliche Deckungssumme von 15 Millionen Schilling oder eine freiwillig höher abgeschlossene Deckungssumme (etwa 30 oder 50 Millionen Schilling) hinausgehenden Forderungen gegenüber dem Fahrzeughalter und dem Lenker
verzichtet. Wer häufig Autostopper mitnimmt, sollte solche Verzichtserklärungen auf jeden Fall mitführen - entsprechende Formulare liegen in allen ARBÖ-Dienststellen auf. Allerdings ist der zivilrechtliche Verzicht nur dann gültig, wenn die Beförderung völlig unentgeltlich erfolgt. Bereits eine Einladung zum Mittagessen kann als Entgelt angesehen werden und verhindert den Haftungsausschluss.

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