Gewerkschaft: Offener Brief an Bundeskanzler Schüssel

Bundesländertheater in Existenzgefahr

Wien (KMSfB/ÖGB). In einem offenen Brief an Bundeskanzler Schüssel appellierte heute der Vorsitzende der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport und freie Berufe, Ernst Körmer gegen eine Streichung der zweckgebundenen Zuschüsse des Bundes an die Bundesländer und Gemeinden zur Theaterführung.++++

Der offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler!

Wie aus den Unterlagen zu den Finanzausgleichs-Verhandlungen vom 26. Juni 2000 zwischen Bund, Ländern und Gemeinden zu entnehmen ist, plant Herr Finanzminister Grasser die ersatzlose und gänzliche Streichung der zur Theaterführung zweckgebundenen Zuschüsse des Bundes an die Bundesländer und Gemeinden.

Die Budgetsituation der dabei betroffenen Bundesländer und Städte lässt eine Kompensierung eines derartigen Ausfalles der Bundesmittel - wie Ihnen, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sicherlich bekannt -nicht zu.

Da die Vorplanung (und damit auch die jeweiligen Verträge) im Theaterbereich rund 2,5 Jahre beträgt, würde eine etwaige Umsetzung der diesbezüglichen Absichten des Finanzministers die Existenzfähigkeit der Theater in den Bundesländern nicht mehr ermöglichen. Das heißt: Schließung der Bundesländertheater !

Will diese Bundesregierung tatsächlich "die Kulturnation Österreich", eines der wichtigsten positiven Aushängeschilder Österreichs, bewusst zu Grabe tragen ?

Will diese Bundesregierung nicht nur die rund 2.500 in den Länderbühnen Beschäftigten sondern auch viele weitere Beschäftigte im zuliefernden Wirtschafts- sowie im Tourismusbereich, die bislang pünktlich ihre Steuern zahlen, wirklich arbeitslos machen?
Dies wäre eine Rechnung, die das Staatsbudget nur noch mehr belasten würde (der Kaufkraftverlust für die Wirtschaft noch gar nicht berücksichtigt) und daher jeder Österreicherin und jedem Österreicher unverständlich bleiben muss.

Wir erwarten daher, dass Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sowohl in der österreichischen Bundesregierung als auch in der Öffentlichkeit einer derartigen Entwicklung entschieden entgegentreten.

Mit gewerkschaftlichen Grüßen

Thomas Linzbauer e.h. Ernst Körmer e.h. Zentralsekretär Vorsitzender

ÖGB, 6. Juli 2000
Nr. 607

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