Ab sofort "fliegende" Fahrzeugkontrollen

Durch den neuen Prüfzug der MA 46 werden die Überprüfungen der Fahrzeuge noch schneller und effizienter

Wien, (OTS) Verkehrsstadtrat Fritz Svihalek hat am Donnerstag gemeinsam mit einem Vertreter der Wiener Polizeidirektion am Rathausplatz den ersten mobilen Prüfzug Wiens der Öffentlichkeit präsentiert. Für Svihalek bedeutet dies eine klare Verbesserung der Kontrollmöglichkeiten durch die städtische Behörde. Svihalek:
"Man kann nie genug auf Missstände hinweisen, noch dazu wenn mit Hilfe dieses Fahrzeugs das viel rascher und vor allem
ortsungebunden passieren kann."

Bereits seit Anfang dieses Jahres stehen für die Überprüfung von Fahrzeugen durch die Landesprüfstelle Wien der Magistratsabteilung 46 (Verkehrsorganisation) stets täglich zwei motorisierte Beamte der Wiener Polizeidirektion zur Verfügung. Dabei hat die Landesprüfstelle sicher zu stellen, dass nur verkehrssichere und den Umweltbestimmungen entsprechende Fahrzeuge in Wien unterwegs sind.

War 1995 noch bei knapp 60 Prozent der überprüften Fahrzeuge die Kennzeichenabnahme erforderlich, so waren im 1. Halbjahr 2000 nur mehr 23 Prozent der geprüften Fahrzeuge von einer Kennzeichenabnahme betroffen. Diese kontinuierliche Prüftätigkeit führte sichtlich dazu, dass die Fahrzeugbesitzer auf einen
besseren Wartungszustand achten.

Aufgaben der Landesprüfstelle

o Fahrzeuggenehmigungen

Selbst importierte Fahrzeuge müssen vorgeführt und einzeln genehmigt werden. Trotz europäischer Typengenehmigung sind die sicherheitstechnischen Überprüfungen für gebrauchte Fahrzeuge zwischen den EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich, daher ist eine Überprüfung in Österreich erforderlich. Nur in Österreich gibt es eine jährliche Überprüfung mit einem hohen Standard. Weiters soll verhindert werden, dass Österreich der Verkaufsplatz für "Rostlauben" wird.

o Gefahrguttransporte in Wien

Die Magistratsabteilung 46 ist weiters verantwortlich für die Transporte von gefährlichen Gütern in Wien. Falls ein Fahrzeug nicht den Bestimmungen für Gefahrguttransporte entspricht, ist unverzüglich zu entscheiden, was mit dem Fahrzeug und der Ladung
zu geschehen hat. Es hat in den letzten Jahren eine Reihe von Unfällen mit derartigen Fahrzeugen in Wien gegeben, die zu großen Verkehrsstörungen geführt haben. Es ist daher besonders wichtig, auf die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen bei diesen Transporten zu achten.

Beschreibung des neuen Prüfzugs und technischen Daten

Der Prüfzug Wiens unterscheidet sich von den ähnlichen Geräten der anderen Bundesländer und der Bundesprüfanstalt. Wien hat ein engmaschiges Straßennetz, und jeder Kontrollplatz kann einfach durch die Wahl einer anderen Strecke umfahren werden. Es wurde die Erfahrung gemacht, dass Orte, an denen technische Fahrzeugkontrollen durchgeführt werden, sehr rasch bekannt sind.
Es kann daher nicht, wie an den EU-Außengrenzen eine volle Woche
an einer Stelle geprüft werden, sondern nach längstens vier Stunden muss der Standort gewechselt werden. Es kann jedoch
durchaus interessant sein, in der fünften Stunde wieder an den ursprünglichen Prüfort zurückzukehren. Rasches Auf- und Abbauen der Prüfeinrichtungen war daher Voraussetzung.

Weiters war es wichtig, hier einen mobilen Arbeitsplatz für Techniker und die Polizei zu schaffen, sowie die Möglichkeit zu bieten, dem Lenker unabhängig von der Witterung die Mängel an seinem Fahrzeug darzulegen. Deshalb wurden zwei Büroarbeitsplätze im Prüfzug geschaffen sowie eine Besprechungsecke. Kopierer, Telefon, Fax, PC, usw., stehen auch der Polizei und dem beanstandeten Lenker zur Verfügung, um rasch ein Ersatzfahrzeug zu erhalten oder die Reparatur zu veranlassen. Ziel ist nicht, zu strafen, sondern unsichere Fahrzeuge aus dem Verkehr zu nehmen und in einer Fachwerkstätte zu reparieren.

Zugfahrzeug:

o MAN 10.224 LLC - 220 PS
o Gesamtgewicht 10.500 kg
o geschlossener Kastenaufbau/Büroeinrichtung
o Telefon, Fax, Computer, modernste Abgasmessgeräte,
o Geräte zur Kontrolle der Motoreinstellung,
o Scheinwerfereinstellgerät, Lautstärkenmessgerät,
o Wiegeplatten zur Feststellung der Achsgewichte
o Bremsverzögerungsmessgeräte

Österreichweit gibt es zehn mobile Prüfzüge:

o 3x Bundesprüfanstalt
o 2x NÖ Landesfahrzeugprüfstelle
o 2x OÖ Landesfahrzeugprüfstelle
o 1x Slzbg. Landesfahrzeugprüfstelle
o 1x Ktn. Landesfahrzeugprüfstelle
o 1x Wien Landesfahrzeugprüfstelle

Länge des Fahrzeuges: ca. 15 Meter (mit Anhänger)
Anhänger:

o Anhängewagen mit Auffahrrampen
o und Achsspieldetektor
o Prüfeinrichtung geeignet zur Prüfung von schwersten LKW und

Omnibussen

Kosten:

Inklusive Wiegeplatten 3,7 Millionen Schilling

Mängel, die zur Kennzeichenabnahme führten

Unzureichende Wirkung und mangelhafter Zustand der
Bremsanlage

o Starke Korrosionsschäden im Bereich Rahmen/Bodengruppe sowie am

Aufbau
o Mangelhafter Zustand der Lenkanlage
o Gravierende Mängel im Bereich der Rad- und Achsaufhängung
o Schäden an der Bereifung und ungenügende Profiltiefe

Statistik über die in diesem Jahr durchgeführten Schwerpunktkontrollen

Der Landeshauptmann von Wien hat den Gesetzesauftrag,
jährlich rund 800.000 Fahrzeuge auf Verkehrssicherheit und Umweltverträglichkeit zu überprüfen. Diese Tätigkeit ist längst "ausgelagert" und privatisiert. Der Landeshauptmann von Wien macht dies in ca. 460 Begutachtungsstellen, die von der Magistratsabteilung 46 (Verkehrsorganisation) ermächtigt und auch kontrolliert werden. Dazu sind stichprobenweise Fahrzeugüberprüfungen in der Landesfahrzeugprüfstelle erforderlich.

Die Tätigkeit selbst soll von privaten Unternehmern im freien Wettbewerb durchgeführt werden. Die Hoheitsverwaltung überwacht die Tätigkeit und sorgt für gleiches, hohes Niveau bei der Begutachtung.

Die Prüfstelle steht auch dem Bürger zur Beratung zur Verfügung: Hat man Fragen zur "Pickerlüberprüfung" oder Probleme damit, steht der Landesfahrzeugprüfstelle zur Verfügung, auch kann man hier ein amtliches Gutachten erhalten.

Die Magistratsabteilung 46 führt seit über fünf Jahren regelmäßig Kontrollen von Fahrzeugen auf den öffentlichen Verkehr durch.
Alleine im Jahr 2000 wurden bei 117 Schwerpunktkontrollen 783 Fahrzeuge geprüft. Bei 182 Fahrzeugen (23 Prozent) mussten wegen schwerster Mängel die Kennzeichen abgenommen werden. Schwerpunktaktion § 58 KFG im Jahr 2000 bisher:

o Anzahl der Schwerpunktkontrollen: 117
o Anzahl der geprüften Fahrzeuge: 783
o Anzahl der Fahrzeuge bei denen "Gefahr im Verzug" vorlag: 182

(23 Prozent)
o Anzahl der geprüften Fahrzeuge gegliedert nach Fahrzeuggruppen,

mit Angabe der Anzahl bei denen "Gefahr im Verzug" vorlag:

  • Lastkraftwagen/Sattelzugfahrzeuge: 448 Gefahr im Verzug: 100
  • Anhänger/Sattelanhänger: 70 Gefahr im Verzug: 14
  • Omnibusse: 11 Gefahr im Verzug: 4
  • Personen- /Kombinationskraftwagen: 217 Gefahr im Verzug: 55
  • Taxi/Mietwagen: 4 Gefahr im Verzug: 1
  • Krafträder: 29 Gefahr im Verzug: 7
  • Sonstiges: 4 Gefahr im Verzug: 1

Publikumsschnuppern

Erstmals können die Wienerinnen und Wiener den am
Rathausplatz aufgestellten Prüfzug beim Einsatz sehen und den Mitarbeitern der Prüfstelle Fragen stellen. Denn die Prüfstelle steht auch sonst den Bürgern zwecks Beratung zur Verfügung. (Schluss) hl

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