ÖGJ: Schwarzer Tag für die österreichische Lehre

Regierungsparteien verbauen der Jugend die Zukunft

Wien (ÖGJ). "Jetzt hat die österreichische Lehre ihre Zukunft verloren", so reagierte der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Albert Maringer, nach der Beschlussfassung der Novellen zum Berufsausbildungungsgesetzes sowie zum Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz. ÖGJ-Bundessekretär Stefan Maderner kritisierte, dass nun die Arbeitgeber den Freibrief zur Ausbeutung der Jugend haben.++++

Die Regierungsparteien haben heute u. a. folgendes beschlossen:
O Verlängerung der Probezeit auf drei Monate
O Ausweitung der Arbeitszeit bis 23 Uhr im Gastgewerbe
O Der Unternehmer bestimmt wer die Vorlehre macht
O Ausweitung der Vorlehre von zwei auf drei Jahre
O "Vorlehrlinge" bekommen drei Jahre die niedrigste Lehrlingsentschädigung
O sechs Monate Probezeit für Vorlehrlinge
O Die Verkürzung der Behaltefrist von vier auf drei Monate
O Förderungen ohne Qualitätskontrolle
O die Schmalspurausbildung

Beispiel Friseurlehre: Vorlehrling - Lehrling
Ein Vorlehrling bekommt in drei Jahren eine Lehrlingsentschädigung von 138.180 S, ein Lehrling erhält 193.970 S. Ersparnis für die Wirtschaft: 55.790 S und der Vorlehrling hat als Dankeschön keinen Anspruch auf ein echtes Lehrverhältnis.

Maringer: "Da gibt es keinen Funken Zukunft, nur die ungezügelte Möglichkeit für Unternehmer zur Ausbeutung der Lehrlinge. Das ist ein Rückfall ins 19. Jahrhundert." Maderner ergänzt: "Der Regierung geht es gar nicht mehr um eine zukunftsorientierte Ausbildung der Jugend. Ich befürchte, dass es nicht mehr lange dauert, und Jugendliche müssen dafür bezahlen, um zumindest eine Schmalspurausbildung zu bekommen".

Für die ÖGJ, so Maringer und Maderner, ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. "Wir werden jede Möglichkeit nutzen um aufzuzeigen, wie diese Regierung der Jugend die Zukunft verbaut."(ff)

ÖGB, 6. Juli 2000
Nr. 605

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