AK: Schluss mit der SchwindelEi

AK fordert verlässliche Angabe der Haltungsform bei Eiern

Wien (AK) - Nicht überall, wo Bodenhaltungs- oder Freilandeier draufsteht, sind auch nur solche drinnen. Ein AK-Test vor Ostern brachte alarmierende Ergebnisse: In 40 Prozent aller eingekauften Bodenhaltungs- bzw Freilandeier waren Käfigeier untergemischt. Konsumenten, die für solche Eier mehr Geld ausgeben, brauchen mehr Sicherheit. Daher fordern die AK-Konsumentenschützer die verpflichtende Kennzeichnung der Haltungsform, auch der Käfighaltung, sowie eine Ausdehnung der Kennzeichnung auf alle offen abgegebenen Waren. Auf Märkten muss die Einhaltung der Kennzeichnung und die Richtigkeit der Herkunftsangaben kontrolliert und bei Verstößen wirksam gestraft werden. Bei Supermarkt-Eiern verlangen die AK-Konsumentenschützer mehr Sorgfalt bei der Sortierung und Verpackung. Die Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung muss Missstände rückverfolgen und wirksame Strafen verhängen. ****

Jeder dritte Österreicher gibt an, dass Freilandhaltung beim Eiereinkauf das wichtigste Kriterium ist. Mehr als drei Viertel glauben, Eier von Freilandhühnern zu kaufen - KonsumentInnen irren damit mehrheitlich, da nur maximal ein Viertel der angebotenen Eier tatsächlich Freilandeier sind, sagen die AK-Konsumentenschützer. Nur acht Prozent der österreichischen Legehennen leben in Freilandhaltung.

Ein Test der AK vor Ostern zeigte: In 40 Prozent aller eingekauften Bodenhaltungs- bzw Freilandeier fanden sich auch Käfigeier. Spitzenreiter waren die Bauernmärkte und Märkte, wo bei 2 von 3 Proben Käfigeier untergemischt waren. Auch in jeder vierten Supermarktprobe wurden Eier mit Abrollspuren entdeckt.

Nachkontrollen
Die AK-Konsumentenschützer haben die Ergebnisse der letzten Erhebung an die Kontrollstelle für alternative Nutztierhaltung übermittelt, die die Einhaltung der Vorgaben für die Alternativeierproduktion, die für den Lebensmittelhandel bestimmt sind, kontrolliert. Die Kontrollstelle wird jeder Beanstandung nachgehen. In den nächsten Tagen starten die AK-Konsumentenschützer Nachkontrollen und werden wiederholte Schwindler namentlich bekannt geben.

Kennzeichnung in EU mangelhaft
Die EU-weit einheitlichen Kennzeichnungsvorschriften für Eier sind mangelhaft. Es ist lediglich eine freiwillige Kennzeichnung der Haltungsform vorgesehen, die sich an bestimmten einheitlichen Vorgaben orientieren muss. Als Folge werden Bodenhaltungs- und Freilandhaltungseier als solche deklariert, Batterieeier jedoch nicht, zB sind Eier mit der Aufschrift "Frische Landeier" oder "Eier frisch vom Bauernhof", die von einer deutlichen Mehrheit der KonsumentInnen als Freilandeier wahrgenommen werden, tatsächlich Käfigeier.

Auch viele auf Märkten und Bauernmärkten feilgebotene Eier sind -entgegen der berechtigen Erwartung der Konsumenten - Käfigeier, sagen die AK-Konsumentenschützer. Sortierte, auf Märkten offen angebotene, Eier müssen bestimmte Kennzeichnungselemente (Mindesthaltbarkeitsdatum, Gewichts- und Güteklasse, Packstellennummer) tragen. Die Herkunft kann angegeben werden. Fehlt diese, handelt es sich um Käfigeier.

Kennzeichnen und kontrollieren
Die AK-Konsumentenschützer fordern daher:

+ Die Angabe der Haltungsform bei Eiern muss verpflichtend erfolgen. Eine verpflichtende Kennzeichnung von Käfigeiern ist notwendig, denn nur wenigen Konsumenten ist bewusst, dass keine Angabe - vor allem am (Bauern)Markt - "Käfig" bedeutet. In der Schweiz sind Käfigeier als solche deklariert. Ein "Alleingang" Österreichs ist zwar möglich, ein einheitliches Vorgehen innerhalb der EU jedoch sinnvoller. Die Minister Molterer und Sickl müssen sich für diese wesentliche Konsumentenorientierungshilfe in der EU einsetzen.

+ Die Kennzeichnungsvorschriften müssen auf alle offen abgegebenen Waren ausgedehnt werden.

+ Die Lebensmittelaufsicht muss die Herkunftsangaben auf den Märkten und Bauernmärkten kontrollieren, und bei Falschangaben müssen wirksame Strafen verhängt werden .

+ Die Qualitätskontrollen innerhalb der Alternativ-Eierproduktion für den Lebensmitteleinzelhandel müssen verbessert werden. Die Mitarbeiter der Kontrollstelle für artgerechte Nutztierhaltung müssen freien Zugang zu den Erzeugerstätten, Pack- und Vertriebsstellen sowie im Handel haben und bei wiederholten Verstößen rigoros vorgehen - bis hin zum Ausschluss von "unbelehrbaren Mitgliedern".

Tipps der AK-Konsumentenschützer
+ Am sichersten sind Sie mit Produkten anerkannter Bioverbände. Im Supermarkt ist die Chance größer als auf Märkten, keine Schwindelpackung zu erwischen.
+ Fallen Sie nicht auf Phantasiebezeichnungen, wie "Bauern-Eier" oder "Land-Eier", herein. Ist nicht ausdrücklich angegeben, dass die Eier aus Freiland- oder Bodenhaltung kommen, handelt es sich um Käfigeier. + Lose, sortierte Eier müssen einzeln gestempelt sein. Handelt es sich um Alternativeier wird das auch angegeben. Fehlt diese Angabe, handelt es sich um Käfigeier.
+ Verlassen Sie sich nicht auf die mündliche Auskunft des Verkaufspersonals auf Marktständen - gibt es keinen schriftlichen Hinweis werden meist Käfigeier angeboten.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 501 650-2677
email: akpresse@akwien.or.at
http://www.akwien.at

AK Wien Presse Doris Strecker

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW