"Neue Zeit" Kommentar: "Lächerlich" (von Litsa Kalaitzis)

Ausgabe vom 6. 7. 2000

Graz (OTS) FPÖ-Generalsekretärin Theresia Zierler scheint es bösen Stimmen gar nicht übelzunehmen, die sie als Marionette Peter Westenthalers bezeichnen. Warum auch, lässt sie doch kaum eine Gelegenheit aus, um zu betonen, wie sehr sie die Arbeit ihres Amtsvorgängers schätzt. Die Quereinsteigerin wird ihrem Lehrmeister auch immer ähnlicher - ihr gleichwährend freundliches Lächeln kann über die Schärfe ihrer Attacken nicht hinwegtäuschen, auch wenn die verbalen Kriegserklärungen mitunter lächerlich sind. Vielen berufstätigen Müttern blieb das Lachen zwar im Hals stecken, als Zierler erklärte, dass sie das fixe Frauenbild der beruflich Erfolgreichen ablehne, die ihr Kind rasch zur Betreuung abgeben. Aus dem Mund einer Frau, die ihren kleinen Sohn immer zurückließ in Graz, wenn sie wochenweise in "Willkommen Österreich" vom Bildschirm strahlte, bekommt diese Kampfansage trotzdem eine lustige Dimension. Nicht minder lustig fanden es manche gestern im Parlament, als die Generalsekretärin erklärte, die freiheitlichen Politiker seien "die einzigen, die mit den Menschen in diesem Land solidarisch leben." Diesmal tat es Peter Westenthaler seinem Lehrmeister und Sitznachbarn Andreas Khol ausnahmsweise einmal nicht gleich, als dieser seine bereits zum Klatschen erhobenen Hände mit versteinerter Miene sinken ließ. Westenthaler zerwuzzelte sich vor Begeisterung. Vielleicht darüber, dass die steirische FP-Spitzenkandidatin ab Herbst in erster Linie die Steirer zum Lachen bringen könnte.

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