AK: Krankensteuer trifft auch Familien mit Kindern

Wien (AK) - Die Krankensteuer kommt. Und entgegen allen
Behauptungen der Regierung kommt sie auch für Kinder. Die Versicherten werden mit unsozialen Selbstbehalten belastet. Wer also krank ist, muss in Hinkunft noch mehr zahlen. Demgegenüber werden die Arbeitgeber um 1 Milliarde Schilling entlastet, kritisiert die AK.****

Es ist bezeichnend für diese Regierung, auf der einen Seite die Beiträge der Arbeitgeber abzusenken und dafür auf der anderen die "Ausfallshaftung" in Form neuer und höherer Selbstbehalte in Höhe von 2,2 Milliarden Schilling den Kranken abzuverlangen. So wird die Rezeptgebühr von 45 auf 55 Schilling angehoben und für psychologische und psychotherapeutische Leistungen eine 20 prozentige Zuzahlung der Patienten vom Vertragshonorar eingeführt. Außerdem sollen Mehrleistungen gekürzt werden. So wird das Krankengeld nur ein Jahr statt eineinhalb Jahre gewährt und die Zuschüsse der Kassen zu Kieferregulierungen, festsitzenden Zahnersätzen und zu Heilbehelfen und Heilmitteln erheblich verringert.
Kommen werden auch die Ambulanzgebühren und ein erhöhter Kostenbeitrag für Spitalsaufenthalte. All diese Maßnahmen treffen die sozial Schwachen und die Familien besonders hart. Insbesondere kritisiert die AK, dass nunmehr - entgegen allen Behauptungen der Regierung - auch für Kinder Ambulanzgebühren zu bezahlen sein werden.

Die neue Regelungen sind auch aus gesundheitspolitischer Sicht kontraproduktiv. Wer Gesundheit teurer macht, riskiert, dass die Menschen zu spät und zu wenig in Behandlung gehen. Das gilt insbesondere für Behandlungen in Ambulanzen. Aufgrund der unzureichenden Behandlungszeiten der praktischen Ärzte oder Fachärzte sind viele dazu gezwungen, sich in Spitalsambulanzen in Behandlung zu begeben. Wer an Fenstertagen oder an Wochenenden einen Arzt braucht, landet zumeist in den Ambulanzen, wissen die AK-Experten. Die neuen Regelungen sind auch aus finanzpolitischer Sicht unbrauchbar, weil sie die Ursachen der steigenden Gesundheitskosten nicht bekämpfen, sondern nur den Kranken Geld aus der Tasche ziehen. Völlig im Unklaren scheint sich die Regierung auch über die entstehenden Kosten der Administration zu sein. Gemeinsam mit der in ihrem Nutzen überaus fragwürdigen Informationspflicht der Kranken über die Kosten ihrer Erkrankung wird der Verwaltungsmehraufwand Kosten verursachen, die über einer halben Milliarde Schilling liegen und den Mehrertrag aus den Amulanzgebühren halbieren werden. Die Belastung aus den Ambulantgebühren beträgt 1 Milliarde Schilling, ein nicht unwesentlicher Teil davon wird in die bäuerlichen Krankenkassen umgeleitet.

Die Regierung hat ein Krankenbelastungspaket durchgesetzt, das zur Sanierung der Krankenkassen nur wenig beitragen wird und die Unternehmen entlastet, den Versicherten aber teuer zu stehen kommen wird, so die AK-Experten.

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