ÖGJ-Wien/NÖ: Kein "Drüberfahren" über Bildungsinteressen

Protestaktion gegen Verschlechterungen im Berufsausbildungsbereich

Wien (ÖGB-NÖ). Die von der Bundesregierung ohne vorhergehende sozialpartnerschaftliche Verhandlungen vorgenommenen Änderungen im Berufsausbildungsbereich wie die Ausweitung der Vorlehre, die Verkürzung der Behaltefrist, die Verlängerung der Probezeit und die neuen "Leerberufe" wie WerkzeugschleiferIn, GastgewerbeserviceassistentIn u.ä. gefährden die hohe Qualität der österreichischen Berufsausbildung und führen zu einem dramatischen Absinken der Zukunftschancen der Jugendlichen. Das Ende des NAP und der Stiftungen bedeutet darüber hinaus ein Zerreißen der funktionierenden Netze zum Einstieg ins Berufsleben, kritisierten Mittwoch die Vorsitzenden der ÖGJ-Wien, Thomas Bohrn, und der Vorsitzende der ÖGJ-NÖ, Patrick Slacik, bei einer Protestaktion vor der AK NÖ. "Es geht nicht an, dass Jugendliche "unter die Räder" kommen und über deren Interessen einfach "drübergefahren" wird. Ziehen Sie mit uns gemeinsam die Bremse", so die Vorsitzenden.++++

Die beiden ÖGJ-Landesorganisationen richteten ausgehend von der mittwöchigen Aktion auch ein Protestschreiben an Bundeskanzler Schüssel und Vizekanzlerin Riess-Passer, das von den neuen KammerrätInnen der AKNÖ unterstützt wurde und in dem es unter anderem heißt:

(Zitat) "...Die Gewerkschaftsjugend Wien und Niederösterreich sowie die unterzeichnenden KammerrätInnen der AK NÖ fordern Sie daher auf, die realen Auswirkungen der Novellierungen des BAG und des JASG noch einmal zu überdenken und dahingehend zu korrigieren, dass Jugendlichen beim Berufseinstieg nicht wertvolle Jahre gestohlen werden (nahezu Verdoppelung der Ausbildungszeiten durch Vorlehre) oder diese von vornherein zu ArbeitnehmerInnen "zweiter Klasse" (durch mangelnde Qualifikation) gemacht und damit zu potenziellen Arbeitslosen ausgebildet werden (schlechtere Qualifikation senkt Chancen am Arbeitsmarkt)...."

ÖGB, 5. Juli 2000
Nr. 596

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